ausweichmanöver


NeuronZugegeben, auch mir schießt die Frage immer wieder mal durch den Kopf. Doch meist ist sie so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen ist. Ich könnte sie eh nicht beantworten. Schon gar nicht wenn ich wieder und wieder in Situationen drin stecke, welche eben diese Frage provozieren. Mir kommt sie wie ein raffiniertes Ausweichmanöver meines Verstandes vor, welches mir erst mal Zeit verschafft und mich davon abhält, unmittelbar zu reagieren und meinem Gefühl zu folgen. Verharren und grübeln ist auch deutlich leichter als ausgetretene Pfade zu verlassen und Neuland zu betreten.
Vorher ist alles graue Theorie, einfach zu verstehen, logisch – und vollkommen nutzlos, wenn ich dann auf einmal an die Grenzen meines Selbstverständnisses stosse. Mein Herz pocht wie wild, ich hab 1.000 Klöße im Hals, mir ist schlecht. In meinem Kopf ist gähnende Leere, weit und breit nichts zu sehen von all den schönen Theorien.
„Nichts wie weg hier! Wer weiß, was dabei rauskomt!“ argumentiert der Verstand.

„Los, trau Dich!“ flüstert mein Gefühl, „Wenn Du jetzt kneifst, wirst Du nie frei sein, die Grenzen werden allmählich zum Gefängnis werden.“ Genau dieser erste Schritt in eine neue Richtung ist es, welcher aus Grenzen Tore zu neuem Leben macht, mir neue Erfahrungen beschert, mich neu erschafft. Und dieses Gefühl ist losgelöst von allen Theorien, braucht keine Worte, keine Logik und keine Zusammenhänge.

Und so stellt sich mir die Frage fast nicht mehr: „Welchen Sinn hat das Ganze?“. Es hat vielleicht keinen und es braucht wahrscheinlich auch keinen!

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