kehrseite


Manche Themen drängen sich mir einfach auf, ziehen sich dann wie ein roter Faden durch den ganzen Tag. Heut‘ morgen zum Beispiel: aus irgend einem Grund hatten sich einige unserer Computer im Serverrack ins Nirvana verabschiedet – ganz schlecht. „Das Gute daran ist,“ denk ich mir „das ich die Kisten nun mal in Ruhe durchstarten kann – wenn eh schon alles steht!„.
Später ein Gespräch beim Kunden: „Viele Menschen verlieren gerade den Boden unter den Füßen. Jobs sind nicht mehr sicher, das Geld wird immer weniger wert, was gestern noch richtig und gut war ist heute schon falsch und schlecht. Kein Wunder, dass so viele Resignieren, sich ziellos treiben lassen!„. Hat ja auch eine positive Seite. Wenn die alten Werte weg brechen, ist Platz für Neues. Vielleicht bringt das einige zum Nachdenken und Hinterfragen unseres ach so zivilisierten Wohlstands. Und vielleicht ist das für manche genau der richtige Tritt in den Hintern, um aufzuwachen und nicht mehr so viel Wert auf den schönen Schein zu legen.

Aber es geht auch anders herum: „Ich bin richtig stolz auf mich, dass ich es heute mal geschafft habe, zu mir zu stehen und mich wichtiger als die anderen zu nehmen!“. Und mir fällt sofort die Kehrseite dazu ein: „Du hast aber auch lange genug auf einen geschickten Zeitpunkt gewartet, so lange, dass Du fast dran kaputt gegangen wärst. Und unter den Umständen ist dieser Schritt ja keine große Kunst!“. Da bleibt vom guten Gefühl nicht mehr viel übrig.

Ich seh fast immer zwei Seiten der Medaille. Und so schön das auf der einen Seite ist, so destruktiv ist es auf der anderen oft. So sehr es mir in manch schwieriger Situation Kraft und Gelassenheit gibt, so sehr nimmt es mir bei heiteren Gelegenheiten den Spaß und die Unbekümmertheit.
Alles hat seine zwei Seiten, schön und gut. Aber muß ich denn immer danach suchen? Ist es so schwer, das Leben einfach so zu nehmen wie sich’s gerade bietet?

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