schall und rauch?


aumWie mächtig Sprache ist, merke ich erst wenn ich bewußt auf den Gebrauch einzelner Worte achte.
„Eigentlich“ ist eines davon: es lässt mir eine hübsche kleine Hintertür offen, ich brauch mich nicht festzulegen, kann notfalls problemlos umschwenken auf das genaue Gegenteil der Aussage.
Oder „Man“: solange man etwas fühlt, denkt oder macht bin ich ja in bester Gesellschaft. Wie viel schwerer ist es da, eindeutig Stellung zu beziehen und „ich denke, das …“ zu sagen.
„Besonders“ ist ein schönes Beispiel für die weitreichende Wirkung eines einzigen Wortes: betrachte ich mich als etwas Besonderes, be-werte ich mich auf eine Art und Weise, welche dem Rest der Welt diese Fähigkeit oder dieses Unvermögen abspricht und mich gleichzeitig ausgrenzt. „Einzigartig“ hingegen ist ein jeder, keiner wird auf- oder abgewertet – mit diesem Wort schaffe ich Gemeinschaft.

Für mich ist die Welt Klang und Schwingung, Sprache ist eins der Werkzeuge, die sie modelliert und formt.
Fallen Euch auch Beispiele dazu ein?

  1. #1 von Catharina am 15. März 2006 - 20:43

    „Vielleicht“ ist auch so ein Wort, -denn es kann ja sein -oder auch nicht sein! Eine (mehr oder weniger) geschickte Möglichkeit sich nicht festzulegen. Oft finde ich den Klang und die Schwingung der Sprache wesentlich interessanter als jede Worthülse, die mir vorkommt wie Schall und Rauch!!
    🙄

  2. #2 von christian am 17. März 2006 - 22:04

    es gibt von duden ein dickes buch von wo unsere deutsch sprache herkommt und was bestimmte wörter bedeuten.
    „das ist weit von mir entfernt“ zB…
    fern ist ein wort. entfernt eigentlich das gegenteil; also nah.
    was nun?

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