gestorbene träume


Mir gegenüber sitzt ein Mann, der mich nicht kennt. Er sieht mich eine Weile lang an und dann erzählt er von meinen schlimmsten Ängsten und freudigsten Träumen. Und holt damit etwas aus den tiefen meines Seins an die Oberfläche, was ich mein halbes Leben lang weggeschoben habe. So weit weg, das ich drauf und dran bin daran kaputt zu gehen, weil sich mein Körper gegen diese Verantwortungslosigkeit mir selbst gegenüber zu wehren beginnt.

Wut, Begeisterung, Lust, Liebe, … ich habe viele Gefühle in einen dicken Mantel aus schlauen Sprüchen gepackt und nicht gemerkt, dass mir mehr und mehr der Inhalt verloren geht, nur noch die Hülle da ist. Der Mantel ist leer, der Träumer tot.
Ich habe mich immer für einen eigenverantwortlichen Menschen gehalten. Doch wenn ich mir nun ansehe, was aus meinen Idealen geworden ist, wie ich mit mir und meinem Leben umgehe, dann fehlt mir in dieser wichtigsten Hinsicht genau diese Eigenverantwortung!
Günter vom Institut Soleil hat letzten Freitag eine Aurasitzung mit mir gemacht – Danke für’s wach rütteln.

[update] Weiß einer von Euch nun, wie es mir geht? Nur wieder schön geredet!
Ich fühle mich unsicher und habe Angst. Ein flaues Gefühl im Magen und einen dicken Kloß im Hals. Wie geht es nun weiter? Von heut‘ auf morgen alles umkrempeln geht ja nicht, würde ich mich auch garnicht trauen.

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  1. #1 von Catharina am 13. Juni 2006 - 11:17

    Ich glaube zu wissen wie´s Dir geht!
    Ein Gefühl in der Luft zu „hängen“
    Du – der du doch anderen Menschen so gerne erzählst wie die Welt funktioniert (das kannst Du ja auch recht gut;))!
    Fühl Dich gedrückt!
    Ina

  2. #2 von norbert am 14. Juni 2006 - 00:13

    Das ist es ja gerade: der Splitter im Auge des anderen lenkt wunderbar vom Balken im eigenen Auge ab. Und wie nützlich diese Funktionsbeschreibungen auch immer sein mögen, solange ich sie nicht selber lebe, bleiben sie graue Theorie, abgehobenes Geschwätz, schöne Geschichten.

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