Archiv für März, 2007

jenseits aller zeit

Ich existiere jenseits aller Zeit, bin schon immer gewesen und werde immer sein. Ich habe viele Namen und viele Wege führen zu mir. Wenn Du Dich auf mich einlässt, befreit Dich mein sanftes Pulsieren von der wuseligen Hektik des Alltags. Du schöpfst einen unendlichen Augenblick lang Kraft, schwimmst in einem Meer wohliger Geborgenheit. Bei jedem Atemzug rieseln goldene Schauer der Wonne Deinen Rücken hinab.

Du kennst mich sehr wohl, wenngleich Du wahrscheinlich vergessen hast, wer ich bin – oder sollte ich sagen wo? Solange Du mich suchst, kannst Du mich nicht finden, denn ich bin nie weg gewesen. Mein alter Freund und Gegenspieler lenkt Dich wahrscheinlich ab, umnebelt Deine Sinne mit seinem nie enden wollenden Geplapper. Ich finde seine kurzen Besuch immer recht amüsant, Dich jedoch lenken sie von mir ab.

Ich aber bin, warte auf Dich. Und wenn Du zurück kommst, wirst Du auf’s Neue eintauchen in den tiefen Frieden. Wirst Dich entspannen, leise lächeln und Dich fragen, wie Du mich nur jemals vergessen konntest.

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familienstellen

SicherheitMit welcher Selbstverständlichkeit ich an so manchen Glaubenssätzen festgehalten habe (und an anderen bestimmt immer noch festhalte:), verblüfft mich immer wieder. Vor allem wenn sich so ein Thema dann aufzulösen beginnt.
Als ob es mir eine wie auch immer geartete Sicherheit geben würde. Die Sicherheit, immer eine Ausrede parat zu haben? Die Sicherheit, mich dahinter verschanzen zu können, wenn mich der Mut verlässt?
Diese Art Sicherheit jedenfalls ist nicht von Bestand, reicht gerade mal bis zur nächsten Krise. Und dann heisst es: „Please insert coin to continue!“. Bestand hat einzig und allein die Wahrheit. Und die ist oft so verblüffend simpel, dass ich sie -manchmal 40 Jahre lang- einfach nicht sehe.

Die aktive Teilnahme am Familienstellen heute war längst nicht so spektakulär für mich wie erwartet / befürchtet, wenngleich sie mir die Augen für einige fast schon banal einfache Wahrheiten geöffnet hat. Wirklich beeindruckend für mich waren allerdings meine Rollen als Stellvertreter! Wow, da hat es mich stellenweise wirklich umgehauen.

Aber das ist eine andere Geschichte – vielleicht in einem der nächsten Artikel?!
Danke Claudia für dieses aussergewöhnliche Erlebnis.

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na wie geht’s?

UmkehrungDie junge Frau an der Kasse des Supermarktes meint es nett. Aber es ist nur eine Floskel, wie sie wohl hundert Mal am Tag zu hören ist. Was passiert, wenn ich statt dem ebenso unverbindlichen „Danke gut!“ anfange, ehrlich zu antworten? Diese Frage wirft sie etwas aus der Bahn: „So schlimm wird’s ja wohl nicht sein, oder?“, frägt sie unsicher. Nein, wieso auch schlimm? Aber um mein Befinden zu beschreiben, reichen zwei platte Worte eben nicht aus.

Wer kann wirklich mit einer ernsten Antwort auf diese Frage umgehen? Wer nimmt sich die Zeit, hört sich an wie es dem Anderen geht und hat den Mut, auch bei einer vielleicht schwierigen Situation mit offenem Geist und ehrlichem Interesse dem Nächsten zur Seite zu stehen?

Das unverbindlich gemeinte „Na wie geht’s?“ könnte sich leicht in ein ernstes Gespräch zwischen zwei Menschen umkehren. Aber wer hat schon den Mut, ehrlich zu antworten?

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