Archiv für April, 2007

struktur

StrukturViel zu schnell kommt es mir vor, viel zu lange dauert es. Das schnelle Stakkato zerhackt die Umgebungsgeräusche in gleichmäßig kleine Stücke. Es will mich abholen, doch ich bin schon lange nicht mehr in diesem Tempo Zuhause. Endlich, endlich wird es langsamer und gleichzeitig auch eine Spur tiefer. Aber noch immer ist es ein gutes Stück von meinem Allagstempo entfernt und ich übe mich in Geduld, gehe schon mal ein Stück voraus. Ich weiß es wird mich einholen, mich erreichen und weitergehen – mit mir im Schlepptau.

Nach ein paar Minuten ist es da und ich klinke mich ein. Das plötzliche Absinken von Rythmus und Frequenz fühlt sich wie ein kleiner Ruck an, sofort sinke ich ein Stück tiefer. Die Aussenwelt tritt zurück, nur noch gedämpft dringen Geräusche zu mir vor. Tiefer und immer tiefer geht es, kleine Schauer jagen durch meinen Körper, ich fühle mich immer fester mit dem Holzdeck verbunden. Ein Teil von mir spürt noch den Wind um mich herum, die leichten Vibrationen des Bodens, wenn jemand vorüber geht – Sehen und Hören nach Draussen ist schon lange abgeschaltet.
Mein Zeitgefühl ändert sich. Während der Rythmus über weite Strecken konstant bleibt, kommt es mir so vor, als würde er immer langsamer. Tatsächlich aber erhöht sich meine Frequenz, nehme ich mehr und schneller wahr. Doch da ist nichts, was es wahrzunehmen gäbe, nichts ausser mir selbst.

Und dann taucht die Grenze auf, wohlbekannt und doch immer wieder unerwartet und plötzlich. Der letzte kleine Rest Kontakt zum Aussen reißt ab, Raum und Zeit verlieren rasend schnell an Bedeutung, verschwinden schließlich ganz.
Ich bin ein Funke in einem Meer aus Dunkelheit …
Ich bin Alles und Nichts …
Ich bin …
Ich …

Ein leiser, vorsichtiger Rythmus ruft mich, wird langsam, ganz langsam schneller. Zeit und Raum kehren zurück, Geräusche und Lichter dringen zu mir vor, ich spüre den warmen Holzboden unter mir – die Realität erhält wieder Form und Struktur.
Nur eine knappe halbe Stunde war ich unterwegs, doch mir kommt es wie eine kleine Ewigkeit vor.
Ich liebe diese kurzen Reisen mit der Mindmachine.

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siegerehrung

Masca-SchluchtMüde und durstig bin ich, die Knochen tun etwas weh, mein rechter Arm schmerzt.

„Und, wie hat es dir gefallen? Ich fand es klasse!“.

Als wir vor zwei Wochen die Masca-Schlucht in Teneriffa runter und wieder hoch gelaufen sind, haben uns einige Leute überholt. Ehrgeizig, die überwältigende Landschaft kaum eines Blickes würdigend haben sie die gut 600m Höhenunterschied in Bestzeit geschafft – echte Sportler.

„Ich fahre nicht gern im Kreis herum.“ antworte ich. Die Schlucht ist so schön, so vielfältig, dass ich die Anstrengung kaum wahrnehme. Jeder Schritt um einen Felsen öffnet neue Ausblicke, zeigt lauter kleine Wunder der Natur. Ich verschmelze mit dem Pfad, meine Füße finden den richtigen Tritt fast von alleine.

„Aber das macht doch richtig Spaß, so schnell wie die Kisten sind! Den wievielten Platz hast du gemacht?“.

Wieder oben im Dorf sitzen wir in der kleinen Taberna, gut 15 Minuten abseits des Touristenrummels. Die im Wanderführer angegebene Zeit passt ganz gut zu unserer Kraft und Kondition, wir haben noch genügend Puffer, um die Tour schön ausklingen zu lassen. Ich halte nichts von höher, schneller, weiter und mit Wettkämpfen kann ich auch nichts anfangen – da bleibt für mich letztlich das Miteinander auf der Strecke.

„Vorletzter oder so, ich weiß nicht.“. Kartfahren ist nicht mein Ding, nach 5 Minuten hätte ich schon wieder aussteigen können.
Dafür war anschließend das Essen beim Mexikaner gut, genauso wie die Gespräche mit Judith und Jörg. Ohne Siegerehrung und Medaille.

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nepper, schlepper, …

SchlepperMeine Verwirrung über die neue KFZ-Besteuerung habe ich ja neulich bereits zum Ausdruck gebracht. Als heute nun innerhalb von 14 Tagen der zweite Steuerbescheid im Briefkasten lag, ist die Verwirrung gewichen – und ich blieb fassungslos zurück!

Neben der Erhöhung der Steuer wurde dem seit 6 Jahren als Wohnmobil zugelassenen -und auch besteuerten!- Bus mal eben diese Eigenschaft aberkannt. Ich könne dem Finanzamt ja den Nachweis erbringen, dass es doch noch ein Wohnmobil ist. Die höhere Besteuerung alter Dreckschleudern (und dazu gehört unser VW-Bus nun mal) kann ich ja noch nachvollziehen. Das ich jetzt allerdings rückwirkend bis 19.09.2005 928,38 € nachzahlen soll, ist eine unverschämte Abzocke! Ja Hallo, wo leben wir denn? Als könnte ich rückwirkend mehr Gehalt verlangen, weil mir jetzt erst auffällt, wie gut ich bin. Oder nach 19 Monaten eine Rechnung vom Urlaubshotel bekommen und die mal eben 300% Nachzahlung verlangen!

Auf den Seiten des ADAC findet sich mehr zu dem Thema. Ich folge dem Rat und lege Einspruch ein, einen Musterbrief dazu habe ich im VW Bus Forum gefunden.

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ready, steady, go!

EmpfangsbereitUnd plötzlich merke ich es: ich bin bereits auf dem Weg, der Prozess hat längst begonnen. Während ich mir noch Gedanken mache, wie ich all die Veränderungen in meinem Leben auf die Reihe bringen soll, bin ich schon mitten drin! Trickle Theory fällt mir ein, welche unter anderem sagt: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Soll heissen: überlege nicht so lange, sondern fange einfach an!
Nur das ich schon angefangen habe mich zu verändern, ohne das es mir selbst so richtig bewusst war. Die Träume eins und zwei, Selbstverständnis, Vielschichtig, Umsichtig und Klar Schiff sind -im nachhinein betrachtet- deutliche Zeichen für die Veränderung.

Mit dieser neuen Klarheit ausgerüstet stehen auf einmal alle Antennen auf vollem Empfang, spüre ich deutlich feinere Nuancen im Ausdruck der Menschen um mich, fallen mir spontan passende Bilder und Metaphern für so manchen „dahin geredeten“ Satz ein, gelingt vieles auf Anhieb ganz leicht, was bisher Anstrengung erfordert hat.

Ich bin soweit. Auf geht’s, pack mer’s!

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klar schiff

Der Sonne entgegenWas sich nicht alles so ansammelt in ein paar Wochen! Der kleine Stapel auf meinem Schreibtisch sah recht unauffällig aus, und so ist es mir auch ziemlich lange gelungen, in zu ignorieren. Aber es nutzt ja nichts, von alleine erledigen sich keine Banküberweisungen, die Kontoauszüge heften sich nicht selbst in den Ordner ein und auch die längst überfällige Kündigung eines alten Vertrages will formuliert, getippt und gedruckt werden.

Und wie im Garten die Überbleibsel des letzten Jahres beseitigt werden müssen, so heisst es auch hier: erst mal klar Schiff machen, bevor es auf zu neuen Ufern geht. Der kleine Stapel hat mich nun fast 2 Stunden beschäftigt, doch nun herrscht (fast) wieder Ordnung – zumindest für einige Tage 🙂

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