Archiv für April, 2007

umsichtig

UmsichtigMöglichst Nichts ausser acht lassen. Versuchen, alles zu bedenken und in die Überlegungen einzubeziehen. Rücksichtsvoll sein ohne mich dabei zu vergessen. Die Balance wahren zwischen meinen Interessen und den Bedürfnissen meiner Umgebung – Menschen, Tieren, Natur.
Vor allem auch ausgewogen mit mir selbst umgehen: den schmalen Pfad zwischen dem Streben nach Sicherheit und Kontrolle und dem befreienden Gefühl des sich-in-den-Augenblick-fallen-lassen finden.

Also alle Gedanken an Haus, Auto, Zukunft beiseite gewischt, mit einer dampfenden Tasse Cappuccino auf die Terasse gesetzt und die warme Sonntag-Morgen Sonne genossen – das ist umsichtig.

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vielschichtig

VielschichtigDer April präsentiert sich vielschichtig. Alles scheint unklar, so viele Dinge sind in der Schwebe momentan. Ein neues Auto kaufen oder weiter Geld in den guten, alten Bus stecken? Umziehen muss wohl sein – oder doch nicht? Und wenn, dann kaufen oder mieten? Der leidige Hausmeisterjob bei dynasys – Schwamm drüber. Meine Beziehung zu Frau B. ist gerade spannend, definiert sich irgendwie neu, birgt nach 19 Jahren einen gewissen Unsicherheitsfaktor … was die ganze Geschichte im Moment sehr reizvoll macht.

Einzig das Projekt ist gewissermaßen der feste Pflock in meinem Leben, um den sich alles dreht und der alles wenden kann. Ich freue mich auf jeden Tag, den ich mit den beteiligten Menschen und der komplexen Aufgabenstellung verbringen darf.
Und so vielseitig diese neue Herausfoderung ist, so mannigfaltig wirkt sie sich auch auf meinen Alltag aus. Ich glaube ich bin einfach ungeduldig – wie damals als Kind, als Mama und Papa den Weihnachtsbaum schmückten und die Spielzeugeisenbahn aufbauten – und ich den ganzen Tag nicht ins Zimmer durfte 🙂

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first days of summer

wunderbar ist es… mitten im frühling.

die letzten kalten tage ziehen von dannen und die sonne erwärmt unsere runde scheibe von tag zu tag mehr.

gestern schnapp ich mir also wieder meine ukulele und fahr an den see. die kleine erkältung hält mich nicht auf. setzt mich also mal wieder auf meine bank und fang an zu zupfen. die üblichen grinser und ignorierenden blicke interessieren mich schon gar nicht mehr. halb abgeschottet in meiner welt hab ich meinen spaß.

und doch… unterbewusst sitzt ein teil von mir einfach nur da und genießt das grün, die wärme und klarheit. wie ein frühjahrsputz für die seele. alles wacht auf und erholt sich vom winter. ich freu mich und es ist einer der momente die mich alles vergessen lassen und nur dieser eine augenblick zu sein scheint.

für mich beginnt das jahr nicht am ersten januar sondern an solchen frühlingstagen…

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früh ins bett

Wasserrohre bei Villaflor, TeneriffaFrüh ins Bett wollte ich. Weil ich müde war, zu faul zum Feuer machen und es damit unweigerlich kalt im Haus wird. Früh ins Bett, weil es auch gestern schon 2:00 Uhr Nachts geworden ist und ich ja kein Ende finde, wenn ich am Rechner sitze. Früh ins Bett, vorher nur schnell ein paar Mails beantworten und noch nach der Feinstaubverordnung und der Steuererhöhung für den alten VW-Bus surfen.

Das war’s dann, die Steuererhöhung. Sie hat mich so aus der Fassung gebracht, dass ich mich vor lauter Schreck in den Weiten des Web verloren hab. Von einer Site zur anderen geirrt bin, in mehrere Blogs rein und wieder raus gestolpert bin und schliesslich am Ende angelangt bin.
Da sitze ich nun, leidlich verwirrt wie die Wasserleitungen in der Nähe von Villaflor in Teneriffa und weiss nur noch eines: heute gehe ich früh ins Bett, früh um 2:41 Uhr!

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selbstverständnis

SelbstverständnisWas siehst du? Was siehst du nicht?
Du gehst eine Strasse entlang. In einiger Entfernung erkennst du einen Mann, der dir entgegen kommt. Noch ein Stück weiter führt eine Frau einen Hund spazieren. Klick, Momentaufnahme! Beschreibe, wie viele Lebewesen auf der Strasse unterwegs sind und ihre Entfernungen zueinander.

Wir sind vier.

Nein, wir sind mehr. In den Bäumen sehe ich drei Vögel, also sind wir sieben. Der Mann ist achtzehn Meter weit entfernt, die Frau fünfzehn. Der Hund dreizehneinhalb, er zieht ihr voraus, liegt in seinem Halsband. Die Vögel befinden sich in zehn Meter Höhe und sitzen je einen halben Meter auseinander. – Nein! In Wahrheit tummeln sich auf dieser Strasse Milliarden Lebewesen. Nur drei davon sind Menschen. Eines ist ein Hund. Ausser den drei Vögeln sitzen noch 57 weitere in den Bäumen, die ich nicht sehe. Die Bäume selber sind Lebewesen, in deren Blattwerk und Borke Myriaden von Insekten wohnen. Das Gefieder der Vögel besiedeln Milben, ebenso wie die Poren unserer Haut. Der Hund vereint auf seinem Fell eine halbe Hundertschaft Flöhe, vierzehn Zecken, zwei Mücken und in Darm und Magen Tausende winziger Würmer. Sein Speichel ist gesättigt mit Bakterien. Ähnlich besiedelt sind wir, und die Entfernung all dieser Lebewesen zueinander beträgt praktisch null. Sporen, Bakterien und Viren schweben in der Luft, bilden organische Ketten, deren Teil wir sind, verflechten uns alle zu einem Superorganismus, und ebenso verhält es sich im Meer.
Was bist du?

Ich bin in weitem Umkreis die einzige menschliche Lebensform.

Du bist ein Partikel.
Ein Partikel in der Vielfalt. Keinem anderen Menschen gleichst du vollständig, wie keine Zelle einer anderen in jedem Detail gleicht. Irgendwas ist immer anders. So musst du die Welt betrachten. Als Spannbreite von Ähnlichkeiten. Ist es nicht tröstlich, dich als Partikel begreifen zu dürfen, wenn dir dafür Einzigartigkeit zugestanden wird?
Du bist ein Partikel in Raum und Zeit.

[Aus: Der Schwarm von Frank Schätzing]

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