Archiv für April, 2007

zwei träume – zwei

SteinmannIch gebe jemandem die Hand, eine knappe Stunde später ist er zur Sandsteinskulptur erstarrt. Ich stutze kurz, dann wird mir klar: der Prozess hat begonnen! Natürlich hat auch er einige Menschen, Tiere und Dinge berührt, bevor er in die erste Stufe transformiert wurde. Wie eine Infektion greift die Umwandlung um sich, erfasst alles und jeden, geht so schnell, dass die Betroffenen garnicht merken, wie ihnen geschieht.
Wir Auslöser sind weltweit nur wenige, haben den Zeitpunkt nicht bewusst gewählt – es ist einfach an der Zeit gewesen. Die Panik hält sich in Grenzen, obwohl die Medien das Geschehen leidlich auszuschlachten versuchen. Vielleicht liegt es daran, das diese Starre der ersten Stufe nur wenige Tage dauert, vielleicht ist auch die rasend schnelle Verbreitung der Grund – für Panik bleibt einfach nicht genügend Zeit.

Und es verfallen auch nicht alle in die erste Stufe der Umwandlung, die Starre. Einige gehen fliessend über in die zweite Stufe, in der ihnen voll bewusst ist, dass sie mit Allem und Jedem verbunden sind. Alles ist eins: Menschen, Tiere, Häuser, Bäume, Berge, Luft. Und viele entscheiden sich, wieder eine Strasse, ein Berg, eine Wohnung oder ein Vogel zu sein. Doch jetzt sind sie sich dessen bewusst, erblühen als Blume noch prächtiger, wenn eine Bewusstseinseinheit in Menschengestalt vorüber geht. Oder verändern als Wohnungskomplex die Aufteilung der Zimmer, weil sie genau wissen, dass es heute so besser passt.

Das Leben geht seinen gewohnten Gang weiter. Arbeiten, Müll trennen, Werbung im Fernsehen, Essen, Musik hören. Doch nun fühlt sich alles richtig an, passt und stimmt.
Einige wenige, noch nicht transformierte, verstehen die Welt nicht mehr, fühlen sich ausgeschlossen. Doch nicht für lange, der Prozess ist nicht aufzuhalten.

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zwei träume – eins

NebelsteineBeim Bergwandern stürze ich zwischen großen Felsblöcken ab und reiße mir den rechten Arm an der Schulter komplett ab. Ich spüre keinen Schmerz, bin nicht mal sonderlich erschrocken, nehme den Arm mit und bin am Abend in einem Krankenhaus. Dort heften sie ihn provisorisch wieder an, am nächsten Morgen soll er richtig operiert werden. Die ganze Zeit über bin ich klar und ruhig, auch das Personal im Krankenhaus macht kein großes Aufheben um die Sache. Die Frage nach einem Schlafmittel beantworte ich mit: „Nein Danke, ich gehe noch in die Kneipe um’s Eck und trinke zwei Bier!“. Ich kann die Finger nicht bewegen, wohl aber den angehefteten Arm – für’s drehen einer Zigarette wird es reichen.
-CUT-
Es ist früh am Morgen, ich sitze vollkommen übernächtig -die Hände voller Druckerschwärze- auf einer Bank im Park vor dem Krankenhaus. Plötzlich merke ich, dass ich zweigeteilt bin: der Eine nach wie vor klar und ruhig, jedoch ohne Erinnerung an die Nacht. Der Andere verwirrt und ängstlich. Er meint, der Arm müsse nicht operiert werden, es müsse lediglich der kleine Eschenholzbolzen an die richtige Stelle gerückt werden und alles wäre wieder wie früher. Er packt mich, schiebt mich mit Gewalt vor sich her ins Krankenhaus, will partout nicht operiert werden, kann und will die Situation nicht begreifen. Ich rufe laut um Hilfe, habe Angst um den nun linken, ja nur provisorish angehefteten Arm.
Ein Pfleger erkennt die Situation, packt unseren Körper und knallt ihn gegen die Wand – der Ängstliche verliert das Bewusstsein, ich sehe ihn verständnisvoll an. Die Ärzte bereiten die OP des Armes vor.

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aufgetankt

AufgetanktZwei Wochen – sie sind wie im Flug vergangen. Ich bin noch keine 24 Stunden hier und habe das Gefühl, kaum weg gewesen zu sein. Andererseits … irgendwie bin ich noch garnicht richtig angekommen. Als würde ich in einer bislang unbekannten Zwischenwelt schweben, zumal der Tag heute mehr an mir vorbei gegangen ist als das ich ihn bewusst erlebt hätte.

Vielleicht ist es auch nur die Neugierde, was der sogenannte Alltag bringen wird und wie ich nun damit umgehe. Denn eines spüre ich ganz klar: ich habe mich verändert die letzten Wochen, bin stärker und mutiger geworden. Und der Ausflug in die Berge Teneriffas hat meine Batterien frisch aufgetankt, wenngleich ich noch nicht so recht weiss, wofür ich die Energie brauchen werde.

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