geht doch


BlattstrukturIm Hier und Jetzt leben – wie soll ich mir das vorstellen? Na mal schaun:

Ich kann meine Aufmerksamkeit ja auf einen überschaubaren Zeitraum richten, so eine Woche oder den aktuellen Tag vielleicht. Ist ja schon mal was. Und allemal besser als Jahre zurück in der Vergangenheit rumzuhängen oder wer weiß wie weit in die Zukunft zu träumen.
Aber Hier – wo ist das im Verlauf eines Tages? Und Jetzt zieht sich dann auch ganz schön in die Länge! Also die Zeitspanne kürzer wählen. Eine Stunde, eine Minute oder besser noch eine Sekunde! Recht viel besser ist das allerdings auch nicht. Was mir in einer Sekunde alles durch den Kopf geht – das hat mit Jetzt immer noch nicht viel zu tun. Wie lange dauert denn Jetzt?
Egal wie klein ich den Zeitraum auch bemesse, es wird immer noch ein Zeitverlauf da sein. Jetzt ist aber ein Zeitpunkt und keine Dauer. Und da fängt es an schwierig zu werden. Um wirklich im Hier und Jetzt zu leben, müsste ich die lineare Zeit verlassen und damit auch den zugehörigen Raum – die beiden sind ja untrennbar miteinander verbunden.

Dasitzen, die Augen geschlossen. Das Summen der Bienen im Ohr, Vogelgezwitscher, jemand gießt seinen Garten, ein Auto fährt vorbei. Ich konzentriere mich auf den Schmerz im Rücken, suche mir genau einen Punkt heraus, fühle immer intensiver hinein. Der Schmerz wird deutlicher, wie ein stechender kleiner Punkt. Die Signale brauchen ihre Zeit, um vom Rücken ins Gehirn zu kommen, also gehe ich noch tiefer in den Schmerzpunkt. Weiter, immer weiter. Der Schmerz wird erst intensiver, dann auf einmal … diffus, schwächer, nebulöser?!
Die Geräusche verdichten sich zu einem einheitlichen Hintergrundgeräusch, das Gefühl des Windes auf meiner Haut vermischt sich mit dem Schmerz im Rücken. Rücken, welcher Rücken? Einen Moment lang „schwebe“ ich losgelöst im „Nichts“, dann durchströmt mich ein sanfter Schauer – ich bin wieder da.

Na also, geht doch.

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