trugschluss


RüstungIm Carport türmt sich ein Berg Arbeit. Es riecht nach frisch gesägtem Holz; 2 Ster Fichte, gut getrocknet und auf die richtige Länge geschnitten wollen noch einmal gespalten und dann verräumt werden. Die schwere Spaltaxt braucht eine gute viertel Stunde, um endlich mit meiner Hand, meinem Arm, ja mit mir zu verschmelzen. Scheit für Scheit spaltet sie; während der eine Stapel kleiner wird, wächst der andere in gleichem Maß. Nicht viel anders geht es meiner Kraft und Ausdauer: was die Axt an Energie verlangt, gebe ich in gleichem Maß ab – das System muß ausgewogen bleiben.

Und weil sich dieser Grundsatz scheinbar nicht austricksen lässt, wirkt er sich im nachhinein noch ganz anders aus. So viel Spaß ich am Samstag beim Holzhacken hatte, so viel Schmerzen habe ich nun im Rücken. Meine eh schon lädierten Lendenwirbel-Bandscheiben haben mir die Action gegönnt und mit der Reaktion bis Sonntag morgen gewartet. Der Montag war ein körperlicher Alptraum, die Röntgenaufnahmen in der Klinik heute vormittag lassen auch keinen Zweifel an der Anfälligkeit dieser Weichteile. Eine CT wird Klarheit über das Ausmaß des Schadens bringen, welcher mich seit über 2 Jahren mehr und mehr zur Ruhe zwingt.

Und was soll nun die Rüstung hier? Sie ist Symbol für einen kleinen Trugschluß, dem ich mal wieder aufgesessen bin: hätte ich mehr Muskeln, würden meine Lendenwirbel besser gestützt und die Bandscheiben geschont. Das stimmt sicherlich, ist aber nur die halbe Wahrheit. Etwas anderes würde dafür auf der Strecke bleiben … Du weisst ja: das System muß ausgewogen bleiben 😉

  1. #1 von Catharina am 7. September 2007 - 09:12

    ….und was macht dein Rücken? Besorgte Grüße

  2. #2 von norbert am 9. September 2007 - 14:01

    Naja, der Schmerz pendelt sich langsam auf das seit Jahren gewohnte Niveau ein. Lustig ist das nicht. Andererseits habe ich im Lauf der Zeit gelernt, etwas langsamer zu treten, mehr Rückgrat zu zeigen, mit Unvermeidlichem anders umzugehen.

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