interferenz


InterferenzDie Renovierung von Bad und Küche war längst überfällig. Wir rauchen beide, der Ofen in der Küche geht von Oktober bis April nicht aus und die Steinkohle-Briketts … naja. Türen und Fenster haben wir in den 11 Jahren auch noch nie gestrichen.
Ein bißchen Musik und die Aussicht auf einen neuen Look macht die Sache ja auch einigermassen ganz erträglich, trotz des 12 Stunden Tags heute. Doch wir sind noch lange nicht fertig – der Wind hat den feinen Schleifstaub im ganzen Haus verteilt, einiges ist noch nicht gestrichen und anderes muss nochmal gestrichen werden.

Und dann denke ich immer wieder: „Ausgerechnet dieses Wochenende! Wo es so schön ist draussen. Und wir eh kaum Zeit füreinander haben. So ein Scheiss!“. Beim Einkaufen gegen halb sechs heute Abend sehe ich dann auch prompt lauter verliebte Pärchen, die sich noch was zum Grillen kaufen und bestimmt einen romantischen Abend haben werden! Das es Frau B. genauso geht wie mir, ist kein wirklicher Trost.

Irgendwie finde ich keinen Weg, diese zwei Dinge vernünftig unter einen Hut zu bringen. Da überlagern sich Sachen, die sich -scheinbar- gegenseitig ausschliessen. Und der Spass … der bleibt (wie so oft) auf der Strecke. Saublöd!

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  1. #1 von Judith am 18. Mai 2008 - 19:36

    Hi Norbert, … dafür habt Ihr es jetzt geschafft … und so eine frisch renovierte Wohnung hat doch auch was, oder?! Na und am nächsten sonnigen Wochenende müssen dann die Anderen (verliebten) Pärchen schutteln und Frau B. und Du könnt Euch einen schönen und romantischen Grillabend machen. Die Welt ist doch gerecht ;-)!! Liebe Grüße und einen dicken Knutscher aus dem Osten Judith

  2. #2 von admin am 23. Mai 2008 - 01:55

    Hi Du Liebe,

    silly walked: wir haben uns am Feiertag das Wohnzimmer vorgenommen – und werden den ganzen Samstag noch damit beschäftigt sein. „Gut, “ sagst Du jetzt gleich, „Fronleichnam war ja auch kein sonniges Wochenende!“. Stimmt schon, aber der Samstag wird sonnig 🙂

    Ich umarme Dich

  3. #3 von Jo am 23. Mai 2008 - 09:13

    Hallo Nok,

    so eine harter Arbeitstag mit 12 Stunden ist schon was Gravierendes! Ich versuche mir das nochmals vorzustellen: Um 6 Uhr früh das Arbeiten anzufangen und dann erst um 18.00 fertig zu sein – ohne Zeit für den Partner und dann noch am Wochenende bzw. Feiertag!
    Anscheinend hast Du mich mit Deinem Gedankengut eiskalt erwischt, aber halt Dir doch mal vor Augen, welcher Schlag ins Gesicht dieser Blog für diejenigen bedeutet, die schon auf Grund ihres familiären Umfelds gezwungen sind jeden Tag mehr als 12 Stunden volle Kanne zu arbeiten und dabei versuchen immer wieder das Beste zu geben, nicht um eine Wohnung zu erneuern, sondern anderen Mitmenschen und Familienangehörigen ein würdiges Leben in Krankheit zu geben oder für seine Kinder da zu sein oder ganz einfach „nur“ den täglichen Lebensunterhalt verdienen zu müssen mit einem Zweit- oder gar Drittjob. Ganz zu schweigen von schwerbehinderten Mitmenschen, die wömöglich nicht einmal einen Pinsel halten können und mit größter Freude rund um die Uhr arbeiten würden, wenn sie nur gesund wären!
    Du machst Dir das vielleicht zu leicht. Rechne doch einmal nach, wie viel Zeit Du für Deine Hobbies verbringst, schon allein mit der Gestaltung der aufwändigen I-Net Sites mit dem optischen Beiwerk: Motive suchen, Fotos machen – auf den PC laden – aussortieren – vielleicht nachbearbeiten – wieder hochladen und kommentieren, Berichte schreiben, auf jeden Nachricht womöglich noch antworten, Tagebuch schreiben, Reiseberichte verfassen etc. Vermutlich mußt Du noch arbeiten oder Du kannst das alles und im Rahmen Deiner täglichen Arbeit machen. Dann kannst Du Dich allerdings glücklich schätzen, Geld mit Deinem Hobby zu verdienen oder Du bist so clever, ein wenig Arbeit so teuer zu verkaufen, dass Dein täglicher Unterhalt gewährleistet ist. Machst Du das alles neben Deiner Arbeit, dann habe ich Respekt vor Deinen Taten un der Aufrechterhaltung Deiner Beziehung, es sei denn, der Lebenpartner teilt mit Dir dieses Hobby und ihr könnt euch hier gegenseitig ergänzen. Dann aber ist es doch egal, was man zusammen macht, eben auch eine Wohnung zu renovieren, denn auch das macht man ja gemeinsam, aber upps, der romantische Abend und die Äußerung, dass ihr eh schon zu wenig Zeit für einander habt… Irgendwas passt doch da nicht zusammen oder es liegt an mir – was durchaus sein mag – diese (Deine) Gedanken nach zu vollziehen.
    Mensch Jo, was ist aus Dir geworden wirst Du denken. Ich bin vielleicht nicht mehr so verträumt – das gebe ich zu  – und reagiere vielleicht deshalb überzogen und die regelmäßigen Besucher Deiner Sites möchte ich auch nicht vergraulen – hier entschuldige ich mich schon vorher und Du brauchst auch keine Angst vor weiteren Beiträgen zu haben, ich äußere mich im Normalfall nicht auf öffentlichen Seiten.
    Trotzdem war es mir wichtig, wenn auch nur mit einem Seitenhieb, Deine Gedanken kurzzeitig in eine andere Richtung zu bewegen. Übrigens, hast Du schon einmal im Winter bei Schneefall oder im strömenden Regen bei A-Kälte gegrillt? Auch da mach Spass – versuchs mal-!
    Nix für ungut, Jo 

  4. #4 von norbert am 23. Mai 2008 - 10:32

    Servus Jo,
    schön von Dir zu hören / lesen 🙂
    Viele Gedanken, ich versuch’s mal aufzudröseln:
    Erst mal: ich kann mich -normalerweise- nicht während der Arbeit um meine diversen Hobbys kümmern. Wenn ich denn schon mal in Augsburg bin und nur einen 8-Stunden Tag habe, geniesse ich das sehr. Oft jedoch bin ich mit einem Team im Ausland unterwegs, und da heisst Feierabend etwas ganz anderes.
    Die Gestaltung der verschiedenen Webseiten geschieht in der Nacht, wenn Frau B. schon im Land der Träume ist – sie hat mit der ganzen Computerei nichts am Hut :). Unsere gemeinsame Zeit beschränkt sich oft auf das Wochenende. Und dann bin ich bei solchen Jobs eben hin- und hergerissen, auch wenn es zu zweit Spass macht und den Zusammenhalt fördert. Denn für Romantik am Abend habe ich nach solchen Aktionen nichts mehr übrig: Duschen, ins Bett kippen, tot.
    Vielleicht mache ich es mir zu leicht, mag sein. Ich könnte natürlich an all die Menschen denken, denen es nicht so gut geht wie mir (und mir geht es wahrlich gut). An die 250 Millionen Inder, die keine Chance haben an der Geldwirtschaft teilzunehmen. An Steffi, die neben ihrer Arbeit noch Nebenjobs annehmen muss, um über die Runden zu kommen (sie beschwert sich nicht, sondern findet sogar ihren Spass daran). An all jene, die sich für die Pflege eines Angehörigen aufopfern (Nächstenliebe heisst auch, sich selbst zu achten und die eigenen Bedürfnisse zu respektieren).
    Aber weisst Du, ich bin nicht Atlas, trage die Welt nicht auf meinen Schultern. Ich denke an mich und mein Leben, versuche nicht auf Kosten anderer zu agieren und kümmere mich, wenn es mir richtig erscheint. Die hirngespinste sind dazu da, meine Gedanken, Ängste, Ideen und Zweifel in die Welt zu tragen. Und sie leben von Kommentaren wie Deinem, denn daran zeigt sich mir, dass sie durchaus auch als Anregung für den Einen oder Anderen dienen. Wie Du selber schreibst: „… hast Du mich mit Deinem Gedankengut eiskalt erwischt …“. Es gibt nichts zu Entschuldigen, es ist genau richtig, so wie es ist!
    Ach ja, Wintergrillen immer wieder mal, im strömenden Regen meist an unserem Sommerfest 🙂
    Liebe Grüße aus der Arbeit – jetzt muss ich wieder einstempeln 😉
    Nok

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