Archiv für August, 2012

rolling stones

Eine neue Welt – Curtis auf Entdeckungstour

Gute 2 Wochen haben wir unsere beiden Katzen nun und noch immer hält jeder Tag neue Überraschungen für uns bereit. Den Wechsel des Tagesrythmus -wir sind seit Montag beide wieder am Arbeiten und kommen erst am Abend nach Hause- haben sie gut verkraftet. Sobald wir nach Hause kommen, stehen die Zwei in der Küche und wollen was zum Futtern. Jessie ist nach wie vor sehr ängstlich, aber sie traut sich jeden Tag ein Stückchen näher heran, rennt nicht mehr sofort weg. Und so zwei, drei Mal hat sie sich auch schon richtig streicheln lassen und das auch offensichtlich genossen. Curtis hingegen fordert seine Streicheleinheiten nicht mehr ganz so energisch ein, ist ein bisschen ruhiger geworden. Und er lässt den Chef raus hängen, liegt wie der Pascha auf der Sofalehne oder dem Schreibtisch – und macht auf eifersüchtiger Kater!

Zu viel des Guten – Jessie an der Schwelle zur Freiheit

Sobald einer von uns mit Jessie spricht, kommt Curtis aus dem letzten Winkel angetrabt und verscheucht sie. Wild fauchend und knurrend jagen die beiden durch’s Haus, bis Jessie sich versteckt und er unsere ungeteilte Aufmerksamkeit alleine hat. Und dieses Verhalten wird von Tag zu Tag schlimmer. Sie verletzen sich nicht, es fliegen keine Fellbüschel, doch Katerchen scheint immer mehr Angst zu haben, zu kurz zu kommen. Wir lassen die beiden gewähren, das müssen sie unter sich ausmachen. Zudem würde ein Einschreiten die Situation nur verschärfen: ob wir Curtis bremsen oder Jessie beschützen, in beiden Fällen „bestätigen“ wir seine Angst nur noch. Uns gefällt das Ganze gar nicht und wir wissen auch nicht so recht, wie wir damit umgehen sollen. Jetzt gibt es erst mal Bachblüten für den unsicheren Kater, mal sehen, wie sich alles entwickelt.

Gestern haben wir den ersten Freigang-Versuch gewagt. Die beiden sitzen oft in der Küche und schauen sehnsüchtig und neugierig durchs Katzengitter in den Garten. Curtis hat auch schon lange den -momentan noch verschlossenen- Katzenausgang entdeckt, der uneingeschränkten Zugang zum Garten erlaubt. Und so haben wir am frühen Abend die Tür zum Garten offen gelassen, hoffend, dass der Hunger die zwei schon nach Hause treiben wird.
Curtis hat recht schnell die Gelegenheit ergriffen und vorsichtig die neue Welt erkundet. Tief gebückt und immer auf der Hut war nicht mehr viel übrig vom Rambo, den er in der mittlerweile vertrauten Umgebung des Hauses abgibt. Zielsicher hat er auch gleich die einzigen Lücken im Zaun entdeckt, die aus dem Garten ohne grosse Sprünge hinaus führen. Ich weiss nicht, wer mehr Angst hatte: der kleine Kater oder Gitte und ich :D.

Jessie hingegen blieb lange an der offenen Türe sitzen und hat sich gründlich überlegt, ob sie da wirklich raus will; so viel Freiheit auf einmal will verkraftet sein. Schliesslich hat sie sich dann doch einige Schritte hinaus gewagt und vorsichtig die neue Welt beschnüffelt. Das Abenteuer hat die beiden sichtlich erschöpft und so war nach dem Fressen der Abend recht friedlich – die zwei haben schnell geschlafen.

Es ist alles ein bisschen anders, als wir uns das vorgestellt haben. Doch das haben die Rolling Stones schon vor vielen Jahren gesungen: „You can’t always get what you want. But if you try sometime you will find, you always get what you need.“. Noch wissen wir nicht, was die zwei uns lehren werden.

1 Kommentar

Katzenkino

Das Unschuldslamm

Eine Woche sind die Beiden nun bei uns und aus dem anfänglichen Versteckspiel ist ein unterhaltsames Katzenkino geworden. Jeden Tag werden Curtis und Jessie ein bisschen zutraulicher, trauen sich ein wenig mehr, fühlen sich sicherer in der neuen Umgebung.

Bei Curtis ging es ganz schnell. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, kam er eines Abends zu Gitte und lies sich streicheln und knuddeln. Seitdem fordert er seine Streicheleinheiten von uns mit kräftigem Boxen ein. Am deutlichsten zeigt sich das, wenn ich versuche am Rechner zu arbeiten. Blitzschnell sitzt er zwischen mir und der Tastatur, boxt mit dem Kopf gegen meinen Arm und verhindert wirkungsvoll jegliche Beschäftigung mit dem Technikspielzeug :). Und er scheint handwerklich begabt zu sein: schon drei Mal hat er Gittes Strickzeug aus dem Korb gezerrt, die Wolle kunstvoll um ein Tischbein geschlungen, ein Knäuel sogar ins Wohnzimmer verschleppt.
So aktiv und zutraulich er in den Abendstunden auch ist, tagsüber versteckt er sich zum schlafen im Kleiderschrank im Schlafzimmer. Ist die Türe zu, geistert er ruhelos durchs Haus – wir haben erst mal nachgegeben und lassen ihm seine Höhle zwischen den Klamotten. Sobald er sich sicherer fühlt, wird er diesen Schutz nicht mehr brauchen und sich einen bequemeren Platz suchen.

Die Vorsichtige

Jessie hingegen ist deutlich vorsichtiger. Zwar hat sie ihren Platz auf dem für uns unzugänglichen Wohnzimmerschrank gegen das oberste Regalbrett eines Bücherregals eingetauscht (da liegt auch eine kuschelige Wolldecke drauf:), aber zum Schmusen kommt sie noch nicht her. Zugelassen hat sie es allerdings schon zwei Mal; vor lauter Aufregung ist sie dabei aber beim letzten Mal vom Sofa gekippt und gewaltig erschrocken. Immerhin sucht auch sie unsere Nähe, kommt ins Zimmer wenn sie uns hört, rennt nicht gleich davon, wenn wir an ihr vorbei gehen. Doch sie bestimmt den Zeitpunkt, wann sie uns vertraut; so schwer es uns auch immer wieder fällt, die dicken, schwarzen Pfoten eben nicht zu streicheln, die sie über ihr Regalbrett hinaus in die Luft streckt. Eine Lektion in Geduld für Gitte und mich!

Neu für uns ist auch, wie die beiden miteinander umgehen. Sitzt sie am Fenster und er kommt angeschlichen, erntet er ein Fauchen und sucht das Weite. Hört er uns mit ihr Sprechen, kommt er aus dem hintersten Winkel angeflitzt, boxt und schnurrt und vertreibt sie mir einem einzigen Blick. Das Futter hingegen teilen sie sich geschwisterlich, auch wenn Curtis ein bisschen zu kurz kommt, wenn er den ganzen Tag im Schrank verschläft.

Ich habe ein paar Fenster und die Türe zum Garten mit stabilen Fliegengittern versehen. Da sitzen sie nun immer öfter davor und sehen raus. Doch solange beide noch so schreckhaft sind, ist die Welt ausserhalb unseres Hauses noch tabu für die Zwei. Aber es ist absehbar, das die Zwei das Haus verlassen und noch eine neue Welt entdecken dürfen.

Ab Montag sind wir wieder im Büro, der Katzen-Eingewöhnungs-Urlaub ist vorbei. Damit ändert sich der Tagesrythmus noch einmal und das tägliche Katzenkino geht in die nächste Runde. Ich bin schon gespannt, was die Beiden für uns parat halten, wenn wir Abends nach Hause kommen ;-).

, ,

Keine Kommentare

eingewöhnung

Sicherer Platz

Seit Freitag haben wir zwei neue Mitbewohner. Jessie und Curtis ist das Herrchen weg gestorben und so sind sie im April im Tierheim gelandet. Unsere alte Dame Sammy hingegen hat vor zwei Wochen die Seiten gewechselt und schaut nun vom Katzenhimmel aus auf 22 Jahre Leben zurück. Da passen wir wohl ganz gut zusammen?!

Die beiden 3 und 5 Jahre alten Gesellen sind ganz furchtbar ängstlich. Keiner weiss, wie es ihnen ergangen ist. Und so lieb sich die Leute im Tierheim Augsburg auch um ihre Schützlinge kümmern, eine entspannte Umgebung ist es wohl für die zwei nicht gewesen. Und so haben sie sich am Freitag erst mal in ihren Transportkisten verkrochen.

Jessie (eigentlich heisst sie Celeste, aber so genau weiss das auch keiner – Jessie passt besser:) hat sich dann als erste raus getraut. Aber nur, um ein besseres Versteck zu suchen. Wir haben sie dann im Regal im Schlafzimmer hinter den Büchern gefunden. 10 Minuten später war sie auch da nicht mehr; der Platz unter dem Sofa in der Küche war dann noch unzugänglicher und damit sicherer.

Alldieweil war Curtis immer noch in seiner Kiste, hat sich unter die Decke verkrochen und nur ängstlich raus gespitzt. Irgendwann bin ich im Wohnzimmer (da haben wir den beiden erst mal alles hin gestellt) eingeschlafen. Darauf hat der kleine Gauner nur gewartet und sich flugs auch einen sichereren Platz gesucht. Auf dem Schrank im Wohnzimmer hat er den Überblick und von uns kommt keiner hin.

Der Samstag Morgen hat uns dann zwei Sachen gezeigt: die Beiden hatten ordentlich Hunger und in der Nacht alles leer gegessen. Und Jessie hat ein grosses Talent im Versteck suchen. Fast eine Stunde waren wir im Haus unterwegs, bis wir sie schliesslich im Schrank ganz oben auf einem Stapel Koffer entdeckt haben. Klar war sie auch da nicht lange, wir haben durch sie noch ein paar gute Katzenverstecke in unserem Haus kennen gelernt :).

Seit heute Morgen allerdings liegt sie mit Curtis auf dem Wohnzimmerschrank. Gut, dann brauchen wir wenigstens nicht mehr suchen. Und wir brauchen nur noch einmal Geschichten erzählen, um die Beiden an unsere Stimmen zu gewöhnen. Im Sitzen, nicht auf dem Bauch liegend vor dem Sofa im Büro. So langsam werden die zwei ruhiger, schliessen schon mal die Augen, wenn wir mit ihnen reden.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sie Vertrauen fassen. Aber wir haben ja Zeit und Geduld – auch wenn’s immer wieder schwer fällt 😉

, , ,

1 Kommentar