rolling stones


Eine neue Welt – Curtis auf Entdeckungstour

Gute 2 Wochen haben wir unsere beiden Katzen nun und noch immer hält jeder Tag neue Überraschungen für uns bereit. Den Wechsel des Tagesrythmus -wir sind seit Montag beide wieder am Arbeiten und kommen erst am Abend nach Hause- haben sie gut verkraftet. Sobald wir nach Hause kommen, stehen die Zwei in der Küche und wollen was zum Futtern. Jessie ist nach wie vor sehr ängstlich, aber sie traut sich jeden Tag ein Stückchen näher heran, rennt nicht mehr sofort weg. Und so zwei, drei Mal hat sie sich auch schon richtig streicheln lassen und das auch offensichtlich genossen. Curtis hingegen fordert seine Streicheleinheiten nicht mehr ganz so energisch ein, ist ein bisschen ruhiger geworden. Und er lässt den Chef raus hängen, liegt wie der Pascha auf der Sofalehne oder dem Schreibtisch – und macht auf eifersüchtiger Kater!

Zu viel des Guten – Jessie an der Schwelle zur Freiheit

Sobald einer von uns mit Jessie spricht, kommt Curtis aus dem letzten Winkel angetrabt und verscheucht sie. Wild fauchend und knurrend jagen die beiden durch’s Haus, bis Jessie sich versteckt und er unsere ungeteilte Aufmerksamkeit alleine hat. Und dieses Verhalten wird von Tag zu Tag schlimmer. Sie verletzen sich nicht, es fliegen keine Fellbüschel, doch Katerchen scheint immer mehr Angst zu haben, zu kurz zu kommen. Wir lassen die beiden gewähren, das müssen sie unter sich ausmachen. Zudem würde ein Einschreiten die Situation nur verschärfen: ob wir Curtis bremsen oder Jessie beschützen, in beiden Fällen „bestätigen“ wir seine Angst nur noch. Uns gefällt das Ganze gar nicht und wir wissen auch nicht so recht, wie wir damit umgehen sollen. Jetzt gibt es erst mal Bachblüten für den unsicheren Kater, mal sehen, wie sich alles entwickelt.

Gestern haben wir den ersten Freigang-Versuch gewagt. Die beiden sitzen oft in der Küche und schauen sehnsüchtig und neugierig durchs Katzengitter in den Garten. Curtis hat auch schon lange den -momentan noch verschlossenen- Katzenausgang entdeckt, der uneingeschränkten Zugang zum Garten erlaubt. Und so haben wir am frühen Abend die Tür zum Garten offen gelassen, hoffend, dass der Hunger die zwei schon nach Hause treiben wird.
Curtis hat recht schnell die Gelegenheit ergriffen und vorsichtig die neue Welt erkundet. Tief gebückt und immer auf der Hut war nicht mehr viel übrig vom Rambo, den er in der mittlerweile vertrauten Umgebung des Hauses abgibt. Zielsicher hat er auch gleich die einzigen Lücken im Zaun entdeckt, die aus dem Garten ohne grosse Sprünge hinaus führen. Ich weiss nicht, wer mehr Angst hatte: der kleine Kater oder Gitte und ich :D.

Jessie hingegen blieb lange an der offenen Türe sitzen und hat sich gründlich überlegt, ob sie da wirklich raus will; so viel Freiheit auf einmal will verkraftet sein. Schliesslich hat sie sich dann doch einige Schritte hinaus gewagt und vorsichtig die neue Welt beschnüffelt. Das Abenteuer hat die beiden sichtlich erschöpft und so war nach dem Fressen der Abend recht friedlich – die zwei haben schnell geschlafen.

Es ist alles ein bisschen anders, als wir uns das vorgestellt haben. Doch das haben die Rolling Stones schon vor vielen Jahren gesungen: „You can’t always get what you want. But if you try sometime you will find, you always get what you need.“. Noch wissen wir nicht, was die zwei uns lehren werden.

  1. #1 von Boris am 27. August 2012 - 04:15

    schöne Geschichte über eure neuen Begleiter – bin schon auf kommende Folgen gespannt.
    Leider kann ich keine Katze halten – habe aber viele Erlebnisse mit den unergründlichen Wesen aus meiner Kindheit in mir.

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