Archiv für September, 2012

Regalkatze und Schrankkater

Beute

Es bleibt spannend mit unseren zwei Süßen. Wenngleich sich die Lage auch mehr und mehr beruhigt und sich ganz langsam so etwas wie Alltag einspielt – mehr oder weniger jedenfalls. Das Thema Unreinheit scheint Gott sei Dank erledigt zu sein, der neue Futon im Büro bleibt sauber. Was für uns nicht heisst, unbedarft nach Hause kommen zu können: letzte Woche war das erste „Geschenk“ für uns fein säuberlich auf dem hellen Baumwollteppich im Wohnzimmer trappiert. Wer von den Beiden die Spitzmaus gefangen hat, bleibt unklar; gelobt werden wollten Beide :). Gleich am nächsten Abend lagen dann 3 ganz junge Mäuschen an der gleichen Stelle – diese Mausfamilie scheint endgültig ausgerottet zu sein.

Schrankkater

Grossen Mut haben sie auch beim samstäglichen Hausputz bewiesen. So sehr sie der Anblick von Besen oder Wischmob (alles was einem Stock ähnelt) oder das Geräusch des Staubsauger die letzten Male noch erschreckt hat, so katzentypisch neugierig blieben sie dieses Mal in der Nähe und sind nicht geflüchtet. Macht ja auch viel mehr Spass, die Pfotenabdrücke auf dem gerade gewischten Boden zu hinterlassen ;-).

Während Jessie immer noch am liebsten auf ihrem Regal sitzt, folgt uns Curtis gerne auf Schritt und Tritt. Vor allem im Garten kommt er immer wieder zu uns her, holt sich einen Streichler ab, verschwindet wieder und taucht kurz darauf wieder auf. Er kommt sogar aus dem letzten Winkel angeflitzt, wenn wir ihn rufen. Das allerdings hat mit seinem Namen nicht viel zu tun, er reagiert auf fast jedes Zeichen.
Überhaupt ist das mit den Namen so eine Sache. So langsam haben wir unsere Zweifel, ob die vom Tierheim genannten Namen wirklich stimmen:

Regalkatze

Curtis lässt ihn ziemlich unbeeindruckt, Prince Charming ist zu lang, obwohl er sich sich so verhält, bei Bubi aber spitzt er jedes mal die Ohren. Na ja, ein Lausbub ist er ja, das passt ganz gut.

Auf Celeste reagiert sie kein bisschen, auch Jessie scheint es nicht zu treffen, genau so wenig wie alle anderen zweisilbigen Namen, die uns bislang so eingefallen sind. Madame Pompadur ist wieder etwas lang, doch Momo oder Luna scheinen vom Klang schon recht nahe an dem zu sein, was ihr vertraut ist.

Am ehrlichsten allerdings wäre es, die Beiden einfach Regalkatze und Schrankkater zu nennen, das sind nach wie vor ihre Lieblingsplätze. Wir testen weiter.

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angekommen

Mein Reich

Viel hat sich getan mit unseren zwei neuen Weggefährten. Aber schön der Reihe nach:

Der „begleitete Ausgang“ hat nicht lange funktioniert. Nach 4 Tagen hat sich Curtis eines Abends mit aller Macht gegen das geschlossene Fliegengitter zum Garten geworfen und vehement Ausgang gefordert. Also gut, Katzenklappe geöffnet, den Kater zum lernen einmal raus und einmal rein geschoben und los ging es. Die ersten 2 Stunden ist Gitte herzklopfend an seinen Fersen geblieben, weil der Herr Kater natürlich genau die Ecken erkundet hat, die wir ihm 4 Tage lang vorenthalten haben: Nachbars Garten, Nachbars, Hof, Nachbars … Irgendwann haben wir es aufgegeben, ihn zu überwachen. Er ist an dem Abend bestimmt 10 Mal raus und wieder rein, nicht ohne jedes Mal bei einem von uns vorbei zu kommen und laut maunzend die Anerkennung für seine Tapferkeit einzufordern :).

Relax

Für Madame Jessie war soviel Freiheit erst mal noch nichts. Sie hat uns dafür gleich noch einmal auf’s Sofa im Büro gekackt; ihre Art des Protestes. Den Futon habe ich nun endgültig entsorgt – war eh Zeit für einen Neuen. Nun ziert ein zusätzliches Katzenklo den Flur im im ersten Stock, auf dem Sofa liegt statt eines Futons erst einmal eine Plastikplane und eine kleine Schüssel mit Leckerli; wo es was zum Naschen gibt, wird nicht hin gekackt.
Sie hat dann recht schnell mitbekommen, wie Curtis auf magische Weise aus dem Bad verschwindet (da ist die Katzenklappe). Ein paar Tage später war sie dann Morgens einfach weg. Wir haben den Garten und die Nachbarschaft mit Taschenlampen abgesucht (früh um 5:30 Uhr ist es noch stock finstere Nacht), aber von Jessie weit und breit keine Spur. Als ich am Abend nach Hause kam, standen beide im Flur und haben laut nach Essen gemaunzt, als ob nichts gewesen wäre. Nun gut, für die Beiden war auch nichts, nur wir haben uns Gedanken gemacht.

Mittlerweile gehen beide aus und ein, wie es ihnen passt. Wobei Curtis deutlich lieber im Garten ist als Jessie. Die hat dafür den Schwingsessel mit dem Schafsfell für sich entdeckt, auf dem sie sich -zumindest von mir- ausgiebig verknuddeln lässt.

Auch die Rauferei und das überängstliche Gehabe hat ein Ende. Seit einer Woche bekommen beide ihre individuelle Bachblütenmischung und fühlen sich sichtlich wohler und entspannter. Und damit gewinnen auch wir wieder ein Stück Ruhe zurück, hat sich unser Leben doch die letzten Wochen so gut wie ausschliesslich um die Katzen gedreht.

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