Archiv für Kategorie nachgedacht

seltsam

strange

seltsam

„Wie geht es Dir?“ – „Ach ja, es muss!“. Wie oft höre ich diesen Satz und denke mir, dass die meisten Menschen überhaupt keinen Bezug mehr haben zu „wirklichen“ Sorgen.

Ich erzähle dann gerne von den Lebensbedingungen eines vietnamesischen Familienvaters im Mekong-Delta, der mit umgerechnet 1 $ seine Frau und die drei Kinder ernährt. Oder der über 80 jährigen Peruanerin, die fröhlich ein Liedchen summend das schwere Bündel Wolle den Berg hinauf schleppt – auf 3.900 m Höhe!

Nur bei mir selbst, da ist das nicht so leicht. Kaum habe ich mal 4 Wochen nichts zu tun im Büro, schon komme ich mir nutzlos und überflüssig vor. Werde unleidlich und fange zum Jammern an, suche nach neuem Sinn und Zweck, übertrage das blöde Gefühl auch gleich in alle anderen Bereiche meines Lebens. Statt die ruhige Zeit zu geniessen klage ich über Langeweile und Einsamkeit.
Und glaubst Du mir wäre ein einziges Mal der vietnamesische Vater oder die peruanische Oma eingefallen? Nichts, nothing, nada!

Es ist eben immer leichter den Splitter im Auge des Anderen zu sehen als den Balken im eigenen! Schon seltsam, oder?

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in the ghetto

sunway resort

Sunway Resort

Sunway Resort, eine Stadt in der Stadt. In einem Vorort von Kuala Lumpur, Malaysia gelegen wird dem Standardtouristen ohne Eigeninitiative alles geboten, was das verwöhnte Herz begehrt. Ein riesiges Einkaufszentrum mit eigener Eislauffläche (draussen hat es 35°C, soviel zum Klimaschutz), Restaurants, Disco, Fitness- und Wellnessbereich; ein Vernügungspark ist genauso angeschlossen wie eine Badelandschaft. Doch damit nicht genug: ein eigenes Krankenhaus, eine Universität und Wohnanlagen für Angestellte -natürlich landschaftlich sauber getrennt vom Hotelbereich- runden das Bild ab und machen es Gästen wie gut betuchten Mitarbeitern leicht, innerhalb dieses Ghettos zu bleiben.

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Framed

Denn genau das ist es: ein Ghetto. Umgeben von einer „Todeszone“ aus 6 spuriger Autobahn, endlosen Mauern und mit Stacheldraht bewehrten Parkplätzen ist es schwer, einen Weg hinaus zu finden. Und das hat seinen Grund: „Draussen“ kostet alles nur ein Drittel halb bis ein Fünftel so viel! Dort gibt es auch normale Supermärkte – für Zahnpasta oder eine Flasche Wasser braucht kein Mensch einen edlen Beautyshop oder ein Restaurant!

closed on sundays

Closed on sundays

Freundlich und nett sind die Menschen überall, doch beim Schlendern durch die Sonntags fast verwaisten Wohn- und Geschäftsviertel in der Umgebung merke ich, dass sich hier wohl nur selten Touristen blicken lassen. Selbst ein Polizist hält an, blickt mich erstaunt an und fragt, ob er mir helfen kann :).
Unsere Gastgeber haben es mit der Wahl des strategisch günstig gelegenen Hotels sicher gut gemeint. 30 Minuten nach Kuala Lumpur, 60 Minuten ins Werk ist ein guter Kompromiss; und wie gesagt: den meisten Leuten ist es wohl gerade recht so. Ich für meinen Teil freue mich wieder umso mehr auf Urlaub im „echten“ Land, mit einheimischen Leuten, normalen Kneipen und der Chance, Land und Leute wirklich kennen zu lernen.

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did you know?

Wem die Veränderung nicht so gefällt oder wem das mit der (schönen) neuen Welt einfach zu schnell geht, der mag sich zu seiner eigenen Beunruhigung folgenden Film ansehen:

Danke @JoHa für den Link!

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die neue freiheit

Unsere Alltagswahrnehmung ist getrübt: für sie scheinen die Dinge unabhängig voneinander zu existieren.
Dalai Lama

Was im ersten Moment unspektakulär klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als weitreichende Behauptung. Wenn das wirklich stimmt, steht Alles mit Allem in Verbindung, ist Nichts und Niemand getrennt und einzeln zu sehen. Womit jede Tat, jedes Wort, ja sogar jeder Gedanke seinen Einfluß auf alles Andere hat. Und ich am Ende zu einem guten Teil selbst die Verantwortung für mein Leben, meine Umgebung, ja sogar die Welt habe.

Ein erschreckender Gedanke? Im ersten Moment gewiß, doch bei näherer Betrachtung ergibt sich daraus eine unglaubliche Freiheit!

Für die Wissenschaftsgläubigen:

Doppelspalt-Experiment

Der Beobachter entscheidet

Quantenverschränkung

Gefunden auf psychophysik.

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frohe weihnachten

fairy light

fairy light

gimme shelter

gimme shelter

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Ein Jahr voller Veränderung und Bewegung, dass wohl viele von uns in der einen oder anderen Weise ordentlich Herausgefordert hat – und noch immer beschäftigt. Doch nicht nur schwierig zu bewältigendes ist geschehen, auch viel Schönes ist im Strom des Lebens aufgetaucht; auch wenn mancher es nicht gleich als solches erkannt haben mag. Wie ein chinesisches Sprichwort sagt:

„Ob etwas schlecht oder gut ist, lässt sich erst nach 10 Jahren beurteilen.“

Ich wünsche Euch allen allzeit ein kleines Feen-Licht am Horizont der Hoffnung und eine schützende Hand in Zeiten des Zweifels und der Sorge.

Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noël, Feliz Navidad, Buon Natale, Shèngdàn kuàilè!

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