Archiv für Kategorie nachgedacht

einsicht

Enjoy

Joy

Es ist ruhig geworden bei den hirngespinsten. Zum Einen widme ich viel meiner freien Zeit dem Fotografieren. Zum Anderen habe ich immer weniger Ambitionen, über das Leben, das Universum und den Rest der Welt zu reden schreiben.

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Einsicht

Leben lässt sich nur durch Leben erfahren, nicht durch Lesen, Sinnieren, Philosophieren. Und bei allem Spass an einem tiefsinnigen Gespräch oder einem hintergründigen Artikel bleibt solch ein Austausch der Gedanken doch nur eines: graue Theorie.

Worte, geschrieben wie gesprochen oder gesungen, sind nur Umschreibungen der oft komplexen (Welt)Bilder in meinem Kopf. Und auch diese Bilder visualisieren wiederum nur die zugrunde liegenden Gefühle und Emotionen.

Momentan finde ich es weitaus befriedigender, diese Gefühle und Emotionen in Fotografien zu transportieren. Der hirngespinste Blog wird deshalb nicht sterben. Nur etwas ruhiger werden. Erst mal.

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auf kosten anderer

Es macht keinen Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.

Es macht keinen Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.

In einer der vielen Reality Shows hat er ihn gesehen, allerdings nur als Umriss hinter einer durchscheinenden Wand und mit verstellter Stimme – weil ihm „so viele Leute an den Kragen“ wollen. Er nutzt eine Gesetzeslücke und versendet SMS-Spam, die auf eine Gewinnnachricht in der „Mailbox“ hinweist. Kinder, Jugendliche und viele unbedarfte Menschen fallen darauf herein, rufen die vermeintliche Mailbox ab und sind 2.- Euro los. Ganz nebenbei haben sie damit ein Abo für einen SMS Chatroom abgeschlossen – kündigen kostet 2.- Euro. Der Mann scheffelt damit zig-Tausende Euro im Monat.

„Der mag reich sein, aber für mich ist er ein A*loch.“ sage ich.

„Für so leicht verdientes Geld bin ich gerne mal 1-2 Jahre A*loch!“ antwortet er mir. Dabei hat er sich erst vor einem halben Jahr tierisch darüber aufgeregt, das seine Tochter mit dem Download eines Klingeltones ein Abo untergejubelt wurde, dessen Kosten ihr gesamtes Taschengeld überstiegen haben. Abgesehen davon: ihm geht es finanziell nun wirklich nicht schlecht, ganz im Gegenteil!

Hallo? Noch ganz klar in der Birne?

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übergang

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

Jean-Luc Picard

Das zu wissen ist eine Sache, es deutlich vor Augen geführt zu bekommen eine andere. So souverän ich in Zeiten sorgenlosen Alltagas mit der Endlichkeit unseres Lebens umzugehen vermag, so sehr wirft es mich aus der Bahn, wenn ein geliebtes Wesen am Ende seiner Reise durch die Zeit steht. Besuch hat sich angeündigt. Ein seltener Gast ist er, und nur selten gern gesehen. Noch wartet er respektvoll und mit Achtung vor seinem Gefährten, doch sein Kommen ist unausweichlich.

Gevatter Tod steht vor unserem Haus, der Sand in Sammys Stundenglas ist fast abgelaufen. 18 Jahre hatte sie Zeit, schöne Erinnerungen zu sammeln, seit 15 Jahren durften wir Teil ihrer Reise sein. Nun weicht die Kraft aus ihrem Körper, sie kann kaum noch laufen, schläft den ganzen Tag. Die kleine Freundin atmet immer wieder Sekunden lang nicht, dann öffnet sie mit einem Ruck die Augen und schaut nach uns, um den Kopf mit einem tiefen Seufzer gleich wieder auf das Fell sinken zu lassen.

Es ist schwer, jemanden mit Respekt und Achtung auf seinem letzten Weg zu begleiten. Ihn nicht um jeden Preis fest halten zu wollen. Ihm die Zeit zu geben, die er eben braucht und will. Sich dabei nicht selbst zu verlieren. Und kein Wissen dieser Welt hilft dabei – es tut weh.

Update 2008-08-25: Als wir gestern Abend auf der Bank vor dem Haus saßen und Sammy plötzlich neben uns auftauchte, ist mir die Geschichte vom Brandner Kasper und dem Tod eingefallen. Irgendwie hat sie wieder ein klein wenig Energie mobilisiert, sich in den letzten Strahlen der Abendsonne gewärmt, heute Morgen sogar etwas Appetit gezeigt.

Wir wissen nichts vom Anderen, rein garnichts. Was auch immer wir zu wissen meinen, entspringt unseren eigenen Gefühlen, Gedanken, Erwartungen und Ängsten. Doch das Leben kümmert sich nicht darum, ent-täuscht uns leichtfüssig und geht seinen eigenen Weg.

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ein schritt zurück und es wird leiser

Augenblickdu ruderst und ruderst, bewegst dich aber nicht vorwärts. man schreit wild um sich um aufmerksamkeit zu erregen, aber keiner beachtet einen. ein vorsprechen beim fürsten wird genehmigt, ändert aber nicht die zukunft…

und dann, wenn man notgedrungen ein paar tage abstand gewinnt… erinnert man sich wieder auf die einfachheit des kreises; die einfachheit des seins und dass die sonne trotzdem jeden morgen aufgeht.

ich besinne mich irgendwie an das kapitel im buch der prophezeihungen von celestine, in dem es um den kampf von energien zwischen zwei personen geht; oder der, bei einer diskussion in einer gruppe.  es wird immer leute geben, die diese kraft/energie an sich reissen und die kontrolle des gesprächs übernehmen. dadurch fühlt sich das gegenüber in gewisser weise geschwächt. in gleicher art um diese energie (oder recht, oder gerechtigkeit) zu kämpfen bringt ja beide nicht weiter, da es ja auch jede menge an power und nerfen kostet.

einen schritt zurückzutun… sich zu besinnen… die situation aus der beobachterperspektive sehen…

es lebt sich wesentlich ruhiger und ausgeglichener. der ständige lärm im trubel der gedanken und emotionen schwindet dahin und man besinnt sich wie es doch schon mal war; besinnt sich auf alte erfahrungen, die man vergessen hat.

und ich neige den kopf, schliesse die augen und lächle in mich …

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wolke 7

Wolke 7Ist unsere Welt nicht der abgefahrenste Spielplatz, den man sich nur ausdenken kann? Für jeden, aber auch jeden Einzelnen von uns existiert irgend etwas, dass wie extra für ihn gemacht zu sein scheint. Dessen reiner Anblick die Augen vor Freude glänzen lässt und allein der Gedanke daran so interessant ist, dass die Welt ringsum in Bedeutungslosigkeit versinkt.

Natürlich: „Was des Einen Freud, ist des Anderen Leid“. Während ich angesichts des Wolkenspiels laut jubelnd die Kamera zücke, räumt der Nachbar die Möbel von der Terrasse und verbarrikadiert ob des drohenden Unwetters sein Haus.

Doch wenn es jedem so geht? Wenn Alles, was uns so wiederfährt und begegnet, für den Einen pures Vergnügen und den Anderen die Herausforderung schlechthin ist? Ist die Welt dann nicht ausgewogen, das System nicht in perfekter Balance?

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