Beiträge getagged mit Angst

kontrast

SonnenuntergangSchöner Sonnenuntergang.
Ja.
Was ist das für eine Wolke da rechts?
Das Kernkraftwerk Gundremmingen.
WAS? Das ist ja echt übel. Da wohnst Du? Also ich hätte da immer Angst, dass … bla bla bla

Mal wieder typisch. Das Schöne verliert sofort an Bedeutung, sobald die kleinste Chance besteht, durch Gejammere davon abzulenken. Irgendwie neigen die meisten Leute dazu, ihre Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was nicht in ihr Weltbild passt. Aber wer weiss schon, was gut oder schlecht für einen ist? Diese Einschätzung gelingt doch immer erst im Nachhinein: „Wäre ich damals nicht durch das gebrochene Bein zur Ruhe verdammt gewesen, hätte ich mich nie mit Meditation beschäftigt. So hat doch alles seine gute Seite.“. Also wozu diese dauernde Suche nach dem Haken an der Sache? Haben die Leute Angst vor dem Glücklichsein? Wollen sie es nicht oder glauben sie gar, es wäre ihnen verboten? Die Welt ist, wie sie eben ist. Natürlich macht es keinen Sinn, die Augen vor den eigenen Ängsten zu verschliessen, sich die (eigene) Welt schön zu reden. Doch genauso sinnlos ist es, das viele Schöne zu ignorieren, das uns in jedem Moment begegnet. Und damit könnte der Dialog auch so enden:


Das Kernkraftwerk Gundremmingen.
Schöner Kontrast.

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versuchung

TeufelchenMordsmäßig böse, abgrundtief schlecht, liederlich und verkommen – so stellen sich doch die meisten den Teufel vor. Und damit ist er meist schön außer Reichweite, ganz weit weg vom eigenen Leben.

Aber so einfach ist es in der Regel nicht, hat er doch viele Gesichter und Masken, weiß sich vorzüglich zu tarnen. Und so kommt er oft ganz unscheinbar als Bequmlichkeit daher, sagt nur „Ach was soll’s, ob ich das nun erzähle oder nicht, dass macht auch nichts mehr aus.“. Für eine Beziehung mag das der Anfang vom Ende sein. Wie soll mein Partner meine Entwicklung nachvollziehen können, wenn ich ihr oder ihm nicht sage, was in mir vorgeht? Wie soll ein Chef vernünftige Entschiedungen treffen, wenn er keine tatsächlichen Fakten kennt, sondern nur die gleichgültig ängstliche Schmalspurversion zu hören bekommt?

Der Teufel ist kein kindermordendes Ungeheuer, sondern -neben vielen anderen Aspekten- oft auch einfach die Angst vor den Herausforderungen des ganz banalen Alltags.

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eine neue bedeutung

SpiegelbildVeränderung, Umbruch … schon das ganze Jahr über zeichnet sich die Qualität eines neuen Zeitalters ab.

So manchmal habe ich eine leise Ahnung davon, was in meinem Umfeld als nächstes ansteht. Unklar, verschwommen, wie das Spiegelbild venezianischer Häuser um trüben Wasser des Kanals. Und gerade deutlich genug, um neugierig zu werden oder auch ein bißchen Angst zu bekommen. Denn wenn ich auch in fünf Jahren sage „Genau richtig war das damals!“, so will der Weg dorthin erst einmal gegangen werden.

Im Moment merke ich, wie sehr ich den Alltag mit Frau B. liebe. Ich bin die ganze Woche unterwegs. Das Wochenende ist dann voll gepackt mit Erwartungen, welche mit den liegen gebliebenen Aufgaben meist in einem gewissen Konflikt stehen. Schon bekommt Zeit eine völlig neue Dimension. Zeit zum Reden, Zeit zum Träumen, Zeit zum Schmusen, Zeit zum miteinander wachsen.
Wie ich die Zeilen so schreibe merke ich, dass es ja genau das bewirkt: miteinander wachsen! Wir kämpfen noch mit der neuen Situation, doch schon reden wir darüber, träumen von neuen Zeiten. Ach ja, Schmusen … auch das gewinnt eine ganz neue Bedeutung 🙂

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soundcheck

MischpultDumpf und dunkel klingt sie, mehr ein Pochen als ein Rythmus. Leise, ganz leise, kaum hörbar. Umso deutlicher spürst Du, wie sie Dein Herz zusammen schnürt und Dir Momente später ein eklig flaues Gefühl im Magen macht. Du kannst sie fühlen, wenn Du einen Raum betrittst oder sie einen Menschen beherrscht.

Doch sie ist nur eine Schwingung, eine Frequenz, wie alles andere auch. Du bist nicht gewohnt, sie wahr-zu-nehmen; obwohl sie fast immer da ist. Dreh den Regler etwas weiter auf, hör genau hin. Lass Dich auf sie ein und fürchte Dich nicht vor ihr. Sie ist wie ein kleines, schreiendes Kind – das nimmst Du auch in den Arm und liebst es. Und so wie sich das Kind beruhigt, hört auch sie auf, Dir Schrecken zu bereiten.
Es wird seine Zeit brauchen, sie hat viele Facetten. Doch Du kannst nur verändern, was Du erkennst. Wann stellst Du Dich Deiner Angst?

Inspiriert von Jwala und Karl Gamper und dem Adlerflug.

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projektion

Spiegelwelt am WertachuferNein, die Welt steht nicht Kopf. Schon seit Urzeiten wird alles teuerer, werden die Menschen immer rücksichtsloser, versucht der Staat immer mehr Kontrolle zu bekommen, werden die Mächtigen immer mächtiger, geht die Natur Stück für Stück zugrunde, steht eine vermeintliche Minderheit etwas ausserhalb und findet das alles sehr seltsam. Ok, das Tempo erhöht sich stetig, wir werden ja auch immer mehr.

Was sich verändert, ist mein Standpunkt, meine Sichtweise. Ich verliere mehr und mehr meine Angst und habe damit keine Notwendigkeit mehr für all die unsinnigen Handlungen. Solange ich den guten alten Zeiten nachtrauere oder über die schwere Kindheit sinniere, brauche ich mich nicht mit dem auseinander setzen, was Hier und Jetzt passiert. Und gehe sauber der Angst aus dem Weg, mich im Spiegel zu sehen und zu merken, das ich mein Leben an mir vorbei ziehen lasse oder nur auf Sparflamme lebe. Gleiches gilt für die Phantastereien vom Auswandern, dem Häuschen in den Bergen oder das Vorausfürchten: Arbeitslosigkeit, Überwachungsstaat, Einsamkeit, Rentenloch, … Die (Zeit-)Richtung ist eine andere, die Angst die gleiche. (Das lässt sich ja auch prima vermarkten: das richtige Bier trinken und du hast viele Freunde, ein paar Versicherungen und du wirst einen glücklichen Lebensabend haben, …)

Durch den Zerrspiegel der Angst betrachtet scheint alles etwas aus den Fugen geraten zu sein. Doch ich sehe nicht, was wirklich ist, sondern projeziere lediglich meine eigene Angst in das Geschehen. Bleibe ich bei mir, hier und jetzt, sehe ich sich im Fluß spiegelnde Bäume, ein paar kleine Wellen und etwas Grünzeug am Ufer, das Ganze garniert mit blauem Himmel, Vogelgezwitscher und dem weichen Licht der untergehenden Sonne. Nichts ist verkehrt, kein Grund zur Sorge, nur Friede und Schönheit.

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