Beiträge getagged mit Bequemlichkeit

versuchung

TeufelchenMordsmäßig böse, abgrundtief schlecht, liederlich und verkommen – so stellen sich doch die meisten den Teufel vor. Und damit ist er meist schön außer Reichweite, ganz weit weg vom eigenen Leben.

Aber so einfach ist es in der Regel nicht, hat er doch viele Gesichter und Masken, weiß sich vorzüglich zu tarnen. Und so kommt er oft ganz unscheinbar als Bequmlichkeit daher, sagt nur „Ach was soll’s, ob ich das nun erzähle oder nicht, dass macht auch nichts mehr aus.“. Für eine Beziehung mag das der Anfang vom Ende sein. Wie soll mein Partner meine Entwicklung nachvollziehen können, wenn ich ihr oder ihm nicht sage, was in mir vorgeht? Wie soll ein Chef vernünftige Entschiedungen treffen, wenn er keine tatsächlichen Fakten kennt, sondern nur die gleichgültig ängstliche Schmalspurversion zu hören bekommt?

Der Teufel ist kein kindermordendes Ungeheuer, sondern -neben vielen anderen Aspekten- oft auch einfach die Angst vor den Herausforderungen des ganz banalen Alltags.

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angeklopft

AnklopfenJahrelang habe ich mich in eine wundervolle Bequemlichkeit zurück gezogen, mich einlullen lassen vom immer gleichen Ablauf eines gemütlichen Alltags. Bin zwar der Musterbrecher geblieben, der im Einheitsbrei der allgemein anerkannten Üblichkeit Aufmerksamkeit erregt. Aber ich bin auch feige geworden und mutlos, mir selbst und anderen gegenüber. Habe mir das Deckmäntelchen des selbstlosen, gutmütigen „Harmoniebolzens“ zugelegt, welches meine Angst vor Konflikten vertuschen soll. Mit der damit verbundenen -falschen- Rücksichtnahme raubte ich mir und meinem Umfeld jedesmal die Möglichkeit, einer wie auch immer gearteten Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Und an dieser Wahrheit zu wachsen, daraus zu lernen, mich weiter zu entwickeln.
Nein, ich verurteile diese Zeit nicht noch bedauere ich sie – nach meinen „wilden“ Jahren war sie eine wichtige Oase der Ruhe. Aber sowenig wie ein Schiff dazu gemacht ist, nur im Hafen zu liegen, sowenig bin ich dafür geschaffen, den Rest meiner Tage in einer Hängematte zwischen zwei Palmen abzuhängen.

Das Leben hat an meiner Oase angeklopft, ich habe meinen Hintern gehoben und den Schutz der sorgsam gepflegen Gewohnheiten aufgegeben. Noch geht die Reise langsam, ja zögerlich voran. Doch schon zeigen sich erste Hindernisse, welche sich mit dem auswendig gelernten Schema F der letzten 20 Jahre nicht lösen lassen.

Und so kommt der Linktipp vom 2007-05-09 im Kalenderblog von zeitzuleben.de gerade zum rechten Zeitpunkt. Er verweist auf „ein kostenloses 21-Tage-Programm mit vielen interessanten Denkanstössen. Es geht um einen Adler, um Veränderung und vor allem um Sie.“.

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herbst

HerbstDer Mond versteckt sich mehr und mehr hinter den Wolken, das Funkeln der Sterne ist schon eine Weile verschwunden. Langsam wird es kühler. Bald kommt der Wind und bringt Regen mit. Heute war wohl der letzte schöne Spätsommertag. Gut, dass ich früher aus dem Büro bin und noch eine Stunde im Strassencafe die warme Sonne genossen habe.
Ich bin unruhig seit ein paar Tagen, spüre den Wandel, der sich ankündigt. Und ich habe eine leise Ahnung, dass ich diesmal die Gunst der Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte:

Trau dich. Was immer Du kannst oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.
Johann Wolfgang Goethe

Wohin der Wandel führt? Ich weiß es nicht, will auch garnicht spekulieren. Aber aufmerksam will ich sein, jedes noch so leise Zupfen am dicken Fell der Bequemlichkeit bemerken und dann die welken Blätter der Gewohnheit abschütteln.
Herbst, ich freu mich auf Dich.

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eine minute

MiracleDer Alltag frißt mich auf.
Aufstehen, Tee trinken, in die Arbeit. Am Abend kurz in die Kneipe oder schnell Einkaufen, dann nach Hause, Garten gießen, Katze versorgen, Kochen, Essen – das war’s, der Tag ist vorbei.
Ok, der Samstag: Aufstehen, Tee trinken, zum Wertstoffhof, Einkaufen, Hausputz, Wäsche waschen. Dann in den Garten: Rasen mähen, Hecke schneiden, Brunnen reparieren. Zurück ins Haus und Katze versorgen, Kochen, Essen – das war’s, der Tag ist vorbei.
Bleibt der Sonntag. Alle Erwartungen konzentrieren sich auf diesen einen Tag. Ich weiß gleich garnicht, womit ich anfangen soll … und bleibe erst mal auf meinem Hintern sitzen. Ist ja auch so scheißbequem, dieser geregelte Tagesablauf. Nicht Nachdenken, kaum Unwägbarkeiten, kein Risiko – die Geborgenheit eines Hamsterrades!

Heute habe ich nach etwas gesucht, was mir Spaß macht – und nichts gefunden. Es gibt viel Interessantes, Schönes, Sachen die ich gerne machen und die mir gefallen. Aber Spaß? Wie fühlst sich das eigentlich an? Herzhaft Lachen gehört dazu, ausgelassen sein und sich keine Gedanken machen, die Zeit vergessen und sich aufgehoben fühlen.

Irgendwann habe ich mal eine Minute nicht aufgepasst und da muss er mir verloren gegangen sein, der Spaß.

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