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Katzenkino

Das Unschuldslamm

Eine Woche sind die Beiden nun bei uns und aus dem anfänglichen Versteckspiel ist ein unterhaltsames Katzenkino geworden. Jeden Tag werden Curtis und Jessie ein bisschen zutraulicher, trauen sich ein wenig mehr, fühlen sich sicherer in der neuen Umgebung.

Bei Curtis ging es ganz schnell. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, kam er eines Abends zu Gitte und lies sich streicheln und knuddeln. Seitdem fordert er seine Streicheleinheiten von uns mit kräftigem Boxen ein. Am deutlichsten zeigt sich das, wenn ich versuche am Rechner zu arbeiten. Blitzschnell sitzt er zwischen mir und der Tastatur, boxt mit dem Kopf gegen meinen Arm und verhindert wirkungsvoll jegliche Beschäftigung mit dem Technikspielzeug :). Und er scheint handwerklich begabt zu sein: schon drei Mal hat er Gittes Strickzeug aus dem Korb gezerrt, die Wolle kunstvoll um ein Tischbein geschlungen, ein Knäuel sogar ins Wohnzimmer verschleppt.
So aktiv und zutraulich er in den Abendstunden auch ist, tagsüber versteckt er sich zum schlafen im Kleiderschrank im Schlafzimmer. Ist die Türe zu, geistert er ruhelos durchs Haus – wir haben erst mal nachgegeben und lassen ihm seine Höhle zwischen den Klamotten. Sobald er sich sicherer fühlt, wird er diesen Schutz nicht mehr brauchen und sich einen bequemeren Platz suchen.

Die Vorsichtige

Jessie hingegen ist deutlich vorsichtiger. Zwar hat sie ihren Platz auf dem für uns unzugänglichen Wohnzimmerschrank gegen das oberste Regalbrett eines Bücherregals eingetauscht (da liegt auch eine kuschelige Wolldecke drauf:), aber zum Schmusen kommt sie noch nicht her. Zugelassen hat sie es allerdings schon zwei Mal; vor lauter Aufregung ist sie dabei aber beim letzten Mal vom Sofa gekippt und gewaltig erschrocken. Immerhin sucht auch sie unsere Nähe, kommt ins Zimmer wenn sie uns hört, rennt nicht gleich davon, wenn wir an ihr vorbei gehen. Doch sie bestimmt den Zeitpunkt, wann sie uns vertraut; so schwer es uns auch immer wieder fällt, die dicken, schwarzen Pfoten eben nicht zu streicheln, die sie über ihr Regalbrett hinaus in die Luft streckt. Eine Lektion in Geduld für Gitte und mich!

Neu für uns ist auch, wie die beiden miteinander umgehen. Sitzt sie am Fenster und er kommt angeschlichen, erntet er ein Fauchen und sucht das Weite. Hört er uns mit ihr Sprechen, kommt er aus dem hintersten Winkel angeflitzt, boxt und schnurrt und vertreibt sie mir einem einzigen Blick. Das Futter hingegen teilen sie sich geschwisterlich, auch wenn Curtis ein bisschen zu kurz kommt, wenn er den ganzen Tag im Schrank verschläft.

Ich habe ein paar Fenster und die Türe zum Garten mit stabilen Fliegengittern versehen. Da sitzen sie nun immer öfter davor und sehen raus. Doch solange beide noch so schreckhaft sind, ist die Welt ausserhalb unseres Hauses noch tabu für die Zwei. Aber es ist absehbar, das die Zwei das Haus verlassen und noch eine neue Welt entdecken dürfen.

Ab Montag sind wir wieder im Büro, der Katzen-Eingewöhnungs-Urlaub ist vorbei. Damit ändert sich der Tagesrythmus noch einmal und das tägliche Katzenkino geht in die nächste Runde. Ich bin schon gespannt, was die Beiden für uns parat halten, wenn wir Abends nach Hause kommen ;-).

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