Beiträge getagged mit Entscheidung

die weichen stellen

WeichenAn die Zukunft denken, Vorausplanen, die Weichen stellen – was für ein netter Gedanke. Ich mache mir meine Gedanken, überlege reiflich und entscheide mich schließlich. Gut! Jetzt zumindest. Wer weiß, was morgen ist? Die Welt ist in Bewegung, verändert sich ständig. Was heute noch nach freier Fahrt ausgesehen hat, kann morgen schon der direkte Weg auf ein Abstellgleis sein (vom Lokführerstreik mal ganz abgesehen).

Und wer weiß schon, wie ich mich morgen fühle? Auch ich bin in Bewegung, verändere mich. Vielleicht entscheide ich morgen ganz anders? Die Weichen stelle ich immer nur jetzt, in diesem Augenblick. Jetzt traue ich mich, mich auf einen neuen Job zu bewerben. Jetzt fühlt es sich stimmig an, in eine andere Stadt zu ziehen. Jetzt bin ich über beide Ohren verliebt und will gemeinsam alt werden.

Ist das auch morgen noch so, gut. Ist es morgen anders, auch gut. Die Vorfreude auf die geplante Zukunft ist genauso wenig ein Garant für deren Erfüllung wie die Vor-Sorge ein Anrecht auf das Scheitern der Pläne hat. Allein die Freude an dem eigentlichen Akt der Entscheidung ist echt, greifbar, wirklich. Und je schwerer mir eine Entscheidung fällt, desto intensiver ist die Freude darüber, es geschafft zu haben. Hier kann ich die Weichen stellen für ein erfülltes Leben.

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versuchung

TeufelchenMordsmäßig böse, abgrundtief schlecht, liederlich und verkommen – so stellen sich doch die meisten den Teufel vor. Und damit ist er meist schön außer Reichweite, ganz weit weg vom eigenen Leben.

Aber so einfach ist es in der Regel nicht, hat er doch viele Gesichter und Masken, weiß sich vorzüglich zu tarnen. Und so kommt er oft ganz unscheinbar als Bequmlichkeit daher, sagt nur „Ach was soll’s, ob ich das nun erzähle oder nicht, dass macht auch nichts mehr aus.“. Für eine Beziehung mag das der Anfang vom Ende sein. Wie soll mein Partner meine Entwicklung nachvollziehen können, wenn ich ihr oder ihm nicht sage, was in mir vorgeht? Wie soll ein Chef vernünftige Entschiedungen treffen, wenn er keine tatsächlichen Fakten kennt, sondern nur die gleichgültig ängstliche Schmalspurversion zu hören bekommt?

Der Teufel ist kein kindermordendes Ungeheuer, sondern -neben vielen anderen Aspekten- oft auch einfach die Angst vor den Herausforderungen des ganz banalen Alltags.

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abwarten

BaumpythonFast jeden Abend sitze ich am Rechner und stöbere in den Gebrauchtwagenseiten – ein neues Auto muss her. Doch was mir gefällt, ist unpraktisch oder zu teuer. Und was der Geldbeutel noch zulässt, ist unpraktisch oder fade. So drehe ich mich nun dauernd im Kreis und komme keinen Schritt weiter.

Plane ich zuviel? Oder habe ich mich am Ende noch nicht wirklich entschlossen:

„In dem Augenblick, wo man sich endgültig verpflichtet, tritt auch die Vorsehung in Aktion. Alle möglichen Dinge kommen einem zu Hilfe, die anders nie geschehen wären. Ein kraftvoller Strom von Ereignissen geht aus einer verbindlichen Entscheidung hervor und bewirkt auf mannigfache Weise unvorhersehbare Situationen, Begegnungen und materielle Unterstützung, deren Eintreten man sich nie hätte träumen lassen.“
Karl Gamper – einem Text von W. H. Murray nachempfunden; The Scottish Himalayan Expidition, J.M. Dent & Sonst Ltd. 1951.

Manchmal würde ich mich am liebsten zusammen rollen und einfach abwarten.

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scheideweg

ScheidewegEin seltsamer Monat, nicht wahr? Hin und hergerissen zwischen Stress, Frust, Sinnlosigkeit und Freude, Genuß und mich-aufgehoben-Fühlen spiegelt meine Gemütslage recht gut das Wetter wieder.

Es mag eine allgemeine Qualität der Zeit sein, schreibt doch auch Chuck Spezzano in seinem November Newsletter von einem Scheideweg, der uns diesen Monat -wieder einmal- zu einer Entscheidung auffordert. Und so scheint es mir etwas zu leicht, das verwirrende Chaos in mir und auch ringsum einfach auf das Wetter zu schieben. Es liegt -wieder einmal- an mir selbst, wie ich die Gelegenheiten nutze, die sich mir bieten.

Und bei all den verrückten Begebenheiten diesen Monat fällt mir immer wieder ein Zitat von Ich-weiß-nicht-wem ein:

Verurteile nicht den Lehrer, wenn Dir die Lektion nicht gefällt!

Nicht das es an der aktuellen Situation etwas ändern würde – aber es nimmt mir die Machtlosigkeit und zeigt mir, dass es in meiner Hand liegt, wie ich mich fühle.

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menschlich

MenschlichEs ist garnicht so leicht, mitten im Geschehen zu stehen und genau das Richtige zu machen. Da gilt es blitzschnell Entscheidungen zu treffen, die sich vielleicht schon einen Augenblick später als ungeschickt erweisen. Und es geht nicht nur um Sachverstand und Professionalität, sondern zu einem guten Teil auch um Begriffe wie Anerkennung, Ehrlichkeit und Respekt.

Wie leicht ist es doch, im Nachhinein alles besser zu wissen. Sich z.B. die Ehrlichkeit als Anker zu schnappen und schlau daher zu reden. Dass man die doch wunderbar hätte benutzen können, um aus dem Geschehen den eigenen Vorteil zu ziehen. Und wie dumm es ist, als angeblicher „Profi“ in seinem Fach diese elementaren Dinge immer und immer wieder zu vergessen.

Wie beruhigend ist es doch zu sehen, dass genau diese rethorisch geschickten Schlaumeier ins Schleudern kommen, wenn sie unverhofft selbst mitten im Geschehen stehen. Da ist es dann plötzlich „schwierig, etwas dazu zu sagen“, weil sie im Moment in einem ganz anderen Thema stecken.

Es ist eben doch etwas anderes, mitten drin zu sein. Allen guten Vorbereitungen und Vorsätzen zum Trotz. Und es enttarnt jedes „im Nahinein besser Wissen“ als hilflosen Versuch, Anerkennung zu bekommen. Es ist eben … menschlich.

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