Beiträge getagged mit Erinnerung

stell dir vor

SternengeburtStell Dir vor es gäbe eine Kraft im Universum, die alle Deine Träume Wirklichkeit werden ließe. Stell Dir vor, diese Kraft würde sich weniger an Deinen Gedanken, sondern mehr an Deinen Gefühlen, Deinen Erinnerungen orientieren. Wie sähe Dein Leben aus? Wärst Du glücklich? Würdest Du überfliessen vor Freude und Dankbarkeit ob der unzähligen Wunders des Lebens? Stündest Du im kreativen Austausch mit Deiner Umgebung, voller spannender Gespräche und freudigem Besammensein?

Oder wäre Dein Alltag trist und grau, voller Unsicherheit und Schuldgefühlen? Würdest Du den Tag mit einer eintönigen Tätigkeit an Dir vorbei ziehen lassen, deren Sinn und Zweck sich Dir nicht erschließt? Welche Menschen würden Dich wohl umgeben, wenn Du Deine Erinnerungen und Gefühle als Maßstab anlegst?

Stell Dir vor Du wärst eines von sechseinhalb Milliarden Wesen, welche sich diesem Experiment angeschlossen haben. Stell Dir vor Du wärst … ein Mensch.

Ich habe vorhin Solaris im Fernsehen gesehen. Die Neuverfilmung kommt nicht an die Komplexität des Romans heran, hat aber gereicht, um mich wieder etwas wach zu rüttlen.

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ruhesitz

RuhesitzNatürlich könnte ich mich so langsam zurück lehnen, die Füße hochlegen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Schließlich habe ich es mir in den nun 46 Jahren recht gemütlich eingerichtet im Leben. Habe viele schöne Erinnerungen gesammelt, die reichlich Stoff zum Erzählen kurzweiliger Geschichten bieten. Habe mein Auskommen, mein (gemietetes) Haus, meine Frau, mein Auto, …

Aber ganz ehrlich: ich glaube nicht, das ich das jemals machen werde, auch nicht mit 90 Jahren – wenn ich denn so alt werde. Denn das hieße für mich, die Neugierde verloren zu haben. Den Spaß an neuen Herausforderungen, die Aufregung, in einer neuen Umgebung zurecht zu kommen, den täglichen Nervenkitzel der Gradwanderung zwischen Unsicherheit und selbstüberschätzenden Mut. Das alles kann und will ich nicht einfach abschalten.

Und deshalb wünsche ich mir für das nächste Lebensjahr weiterhin viele neue Begebenheiten und Erlebnisse in meinem Leben. Und das ich immer auf’s Neue den Mut finde, mich ihnen zu stellen und daran zu wachsen. Zu noch mehr Freude, zu noch mehr innerem Frieden. Der Ruhesitz wird warten müssen – solange benutze ich ihn für den Frühschoppen im Garten ­čÖé

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
(Mahatma Gandhi)

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plan b

Alter FalterDie alte Frau geht langsam am Strassencafe vorbei, beide Hände fest an den Griffen ihres Gehwagens. Jeder Schritt scheint mühsam zu sein, der Rücken ist gebeugt, der Blick konzentriert auf das Kopfsteinpflaster vor ihr gerichtet. Sie bleibt stehen, dreht den Kopf und schaut langsam über die Tische und Stühle hinweg. Ein leises Lächeln umspielt ihre Lippen, für einen kurzen Moment entschwindet ihr Blick in weite Ferne, dann wendet sie sich wieder dem Kopfsteinpflaster zu und setzt ihren Weg fort, langsam, bedächtig, still.

Wie werde ich mich fühlen, wenn mein Körper nicht mehr so mitspielt wie ich das will? Wenn der Rücken so lädiert ist, dass an Joggen oder Tanzen nicht mehr zu denken ist. Wenn die Knie verschlissen sind und ich mich nicht mehr beim Bergwandern austoben kann, um den Alltag zu vergessen. Wenn mir ein Arm fehlt oder ich an den Rollstuhl gefesselt bin und die kleine Flucht damit nicht mehr gelingt. Woher beziehe ich dann meine Bestätigung? Werde ich mir selber genügen? Finde ich das Leben noch lebenswert?

Ich habe meinen Plan B, ob kaputter Rücken oder Rollstuhl. Genieße die Tage, auch wenn mein rechter Arm mal drei Monate ausser Gefecht ist. Und wenn nichts mehr geht, habe ich genügend schöne Erinnerungen gesammelt, um mit veträumten Blick vor einem Strassencafe zu stehen und leise zu lächeln.
Und du? Hast Du einen Plan B?

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