Beiträge getagged mit Floaten

der beobachter

Der BeobachterDas regelmäßige Pochen durchdringt die vollkommenen Stille. Zuerst leise und kaum wahrnehmbar, dann immer lauter und deutlicher. Jeder Schlag löst unendlich feine Wellen aus, die von den fernen Wänden zurück geworfen werden. Sie malen ein mathematisch anmutendes Muster auf die Wasseroberfläche – doch auch die Dunkelheit ist vollkommen, und so lässt sich die geometrische Schönheit nur erahnen. Anfangs zumindest, denn mangels anderer Reize entwickelt der Tastsinn der Haut mit der Zeit eine unglaubliche Sensibilität. Nun spüre ich sie, kann sogar zwischen direkten und reflektierten Wellen unterscheiden.

Ein sanftes Rauschen vertreibt den Zauber. Es schwillt an, wird lauter und nimmt schließlich meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch. Gleichbleibend, monoton, dumpf. Wie das Gemurmel einer Milliarde Menschen, das Tosen eines gewaltigen Wasserlaufes, das Hintergrundrauschen des Universums. Unaufhaltsam und mächtig wie das Leben selbst.

Ich war heute floaten im Isolationstank, habe dem Pochen meines Herzens zugehört und mich im Rauschen meines Blutes verloren.

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slow down

Mach mal langsamWarum ich gerade so selten schreibe? Weil ich keine Lust habe. Manchmal überfällt mich zwar der Erwartungsdruck, den wohl jeder Kolumnist (bin ich so einer?) kennt. Doch dieser Anflug von Mich-verpflichtet-fühlen verschwindet so schnell wieder, wie er kommt. Was sollte auch schon dabei heraus kommen, wenn ich Artikel aus Pflichtbewusstsein heraus schreibe? Nichts ehrliches, eben!

Und dann kommt wohl auch noch die besondere Qualität dieses Monats dazu: Irgendwie zieht mich etwas in mir Richtung Ruhe und Entspannung. Seit ein paar Tagen meditiere ich wieder, am Dienstag werde ich seit ewigen Zeiten wieder mal floaten gehen. Es ist genug Hektik und selbst gemachter Stress rings um mich, das Spiel muss ich nicht auch noch mitspielen.

Wie so oft trifft Chuck Spezzano in seinem Februar Newsletter den Nagel auf den Kopf und bestätigt mich in meinem Fühlen.

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lieben was ist

Lieben was istDas dritte Mal im Isolationstank des Institut Soleil. Einsteigen, Deckel zu, Licht aus und fast augenblicklich gleite ich in einen herrlich ruhigen und entspannten Zustand. Keine Erwartungen, kein Erstaunen – einfach tiefer Friede. Ein paar Tagtraum-Sequenzen laufen ab, ich genieße es, sie kommen und wieder gehen zu lassen.
Im nächsten Moment mach ich die Augen auf und weiß, das ich geschlafen habe! So entspannt wollte ich nun auch wieder nicht sein, schliesslich habe ich ja eine Vorstellung davon, was nach einer Eingewöhnungsphase im Tank ablaufen soll.
Andererseits hat es gut getan, ich fühle mich kraftvoll und erfrischt – und ich bin noch nie so gut aufgewacht. Und so ist auch diese Float-Session ein schönes Erlebnis gewesen. Wie Byron Katie sagt: „Wenn Sie der Realität widersprechen, verlieren Sie – aber nur jedes mal!“.

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kurzfilm – festival

VorspannDu kennst das bestimmt: in den Morgenstunden, wenn die Nacht nicht mehr so dunkel und der Schlaf nicht mehr so tief ist, reihen sich viele kleine Traumfetzen wie Perlen an einer Schnur aneinander. Phantastische Ideen geben sich die Hand mit Gedanken an den bevorstehenden Tag und Erinnerungen aus der Kindheit, durchbrochen von kurzen Momenten des „Ich will noch nicht aufwachen!“.

So ungefähr hat sich mein zweiter Aufenthalt im Isolationstank des Institut Soleil angefühlt. Kaum war der Deckel zu und das Licht aus, ging es auch schon los. Immer wenn ein „Film“ vorbei war, habe ich die Augen aufgemacht; natürlich macht es keinen Unterschied, es ist genauso stockdunkel wie mit geschlossenen Augen 🙂 Aber es hat mich wachgehalten – ich war den ganzen Tag schon sehr müde heute.
Waren das erste Mal meine Empfindungen noch vollauf mit dem neuen Körpergefühl beschäftigt, so konnte ich mich dieses Mal ganz in die Traumwelt meiner Gedanken fallen lassen. Und wenn ich zwischendurch mal die Idee hatte, jetzt etwas besonderes Erleben zu müssen, hat mich ein Satz schnell wieder erwartungslos und offen gemacht: „Kein Widerstand!“ – der funktioniert auch im Alltag 😉

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neuland

NeulandUm es gleich vorneweg zu nehmen: die erste Session im Samadhitank ist beruhigend unspektakulär. Aber der Reihe nach.
Ich steige in das körperwarme Wasser, lege mich hin und … wow, schnelle richtig nach oben wie ein Korken. Keine Chance, im nur ca. 20 cm tiefen Wasser unabsichtlich ohne Kraftaufwand den Boden zu berühren. Wer noch nie im Toten Meer gelegen ist -und dazu gehöre ich- wird allein davon schon begeistert sein!
Ok, tief durchatmen; meine Neigung zu Klaustrophobie lässt mein Herz schneller schlagen, als ich den Knopf zum Schliessen des Deckels drücke. Doch es ist so, wie alle gesagt haben. Kein Gefühl von Enge oder Beklemmung stellt sich ein, alles bleibt so leicht und schwebend wie mein Körper im Wasser 🙂 Beruhigt schalte ich auch gleich die dezent rote Beleuchtung aus, schliesse die Augen und bin mal gespannt, was nun mit mir passiert.

Ein sanftes Bewegen des Armes und ich habe das Gefühl einer schnellen, aber unendlich sanften Achterbahnfahrt! Ich spüre die Grenzen meines Körpers kaum, Wasser und Luft haben die selbe Temperatur wie ich. Bar jeglichen Anhaltspunktes verarbeitet mein Gehirn die sanfte Schaukelei ungewohnt intensiv. Nach einer Weile habe ich mich an das neue Körpergefühl gewohnt und fange an, erst deutlich meinen eigenen Herzschlag zu hören und später dann das Rauschen des Blutes in meinen Adern – so wie wenn Du eine Muschel an Dein Ohr hälst.
Es ist ein bißchen wie Tauchen, und doch irgendwie ganz anders; ruhiger, entspannter, zentrierter. Das erste Mal Floaten bin ich vollauf beschäftigt mit all den neuen Eindrücken, der unglaublichen Entspannung des Körpers, dem Fehlen jeglicher Anhaltspunkte ausserhalb meiner selbst.

Nächste Woche steig ich wieder ein 😀

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