Beiträge getagged mit Frequenz

soundcheck

MischpultDumpf und dunkel klingt sie, mehr ein Pochen als ein Rythmus. Leise, ganz leise, kaum hörbar. Umso deutlicher spürst Du, wie sie Dein Herz zusammen schnürt und Dir Momente später ein eklig flaues Gefühl im Magen macht. Du kannst sie fühlen, wenn Du einen Raum betrittst oder sie einen Menschen beherrscht.

Doch sie ist nur eine Schwingung, eine Frequenz, wie alles andere auch. Du bist nicht gewohnt, sie wahr-zu-nehmen; obwohl sie fast immer da ist. Dreh den Regler etwas weiter auf, hör genau hin. Lass Dich auf sie ein und fürchte Dich nicht vor ihr. Sie ist wie ein kleines, schreiendes Kind – das nimmst Du auch in den Arm und liebst es. Und so wie sich das Kind beruhigt, hört auch sie auf, Dir Schrecken zu bereiten.
Es wird seine Zeit brauchen, sie hat viele Facetten. Doch Du kannst nur verändern, was Du erkennst. Wann stellst Du Dich Deiner Angst?

Inspiriert von Jwala und Karl Gamper und dem Adlerflug.

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struktur

StrukturViel zu schnell kommt es mir vor, viel zu lange dauert es. Das schnelle Stakkato zerhackt die Umgebungsgeräusche in gleichmäßig kleine Stücke. Es will mich abholen, doch ich bin schon lange nicht mehr in diesem Tempo Zuhause. Endlich, endlich wird es langsamer und gleichzeitig auch eine Spur tiefer. Aber noch immer ist es ein gutes Stück von meinem Allagstempo entfernt und ich übe mich in Geduld, gehe schon mal ein Stück voraus. Ich weiß es wird mich einholen, mich erreichen und weitergehen – mit mir im Schlepptau.

Nach ein paar Minuten ist es da und ich klinke mich ein. Das plötzliche Absinken von Rythmus und Frequenz fühlt sich wie ein kleiner Ruck an, sofort sinke ich ein Stück tiefer. Die Aussenwelt tritt zurück, nur noch gedämpft dringen Geräusche zu mir vor. Tiefer und immer tiefer geht es, kleine Schauer jagen durch meinen Körper, ich fühle mich immer fester mit dem Holzdeck verbunden. Ein Teil von mir spürt noch den Wind um mich herum, die leichten Vibrationen des Bodens, wenn jemand vorüber geht – Sehen und Hören nach Draussen ist schon lange abgeschaltet.
Mein Zeitgefühl ändert sich. Während der Rythmus über weite Strecken konstant bleibt, kommt es mir so vor, als würde er immer langsamer. Tatsächlich aber erhöht sich meine Frequenz, nehme ich mehr und schneller wahr. Doch da ist nichts, was es wahrzunehmen gäbe, nichts ausser mir selbst.

Und dann taucht die Grenze auf, wohlbekannt und doch immer wieder unerwartet und plötzlich. Der letzte kleine Rest Kontakt zum Aussen reißt ab, Raum und Zeit verlieren rasend schnell an Bedeutung, verschwinden schließlich ganz.
Ich bin ein Funke in einem Meer aus Dunkelheit …
Ich bin Alles und Nichts …
Ich bin …
Ich …

Ein leiser, vorsichtiger Rythmus ruft mich, wird langsam, ganz langsam schneller. Zeit und Raum kehren zurück, Geräusche und Lichter dringen zu mir vor, ich spüre den warmen Holzboden unter mir – die Realität erhält wieder Form und Struktur.
Nur eine knappe halbe Stunde war ich unterwegs, doch mir kommt es wie eine kleine Ewigkeit vor.
Ich liebe diese kurzen Reisen mit der Mindmachine.

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