Beiträge getagged mit Leben

das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss

everyday life

alltag

Nein, es gibt nichts Neues zu berichten, die letzte Woche war genauso ereignislos wie die Woche zuvor, der letzte Monat, das letzte Jahr. Natürlich: Naturkatastrophen verwüsteten Indonesien, Deutschland hat gewählt, ich habe einen neuen Job und Nachbar Gerd hat heute am Sonntag den Gehweg gefegt.

Aber hat sich deshalb etwas an meinem Gefühl für das Leben geändert? Bin ich deswegen weniger unsicher, ist mein Leben erfüllter, habe ich mehr Motivation, bin ich nachsichtiger geworden? Nein, ich bin immer noch derselbe, fühle mich wie ich mich eben fühle, mache was ich schon immer mache: ich lebe mein Leben.
All die Ereignisse der großen weiten Welt wiederholen sich mit schöner Regelmäßigkeit. Der Maßstab verändert sich ein bißchen, was früher nur Auswirkungen auf eine begrenzte Region gehabt haben mag, zeigt seine Wirkung nun oft global.

Doch letztlich läuft alles immer wieder auf die selbe Frage hinaus: wie gehe ich mit mir und meinem Leben um? Die Antwort darauf hat weder etwas mit einer Weltwirtschaftskrise noch Nachbar Gerds Verhalten zu tun. Und um sich diese Frage zu stellen, bedarf es keiner großen Ereignisse, da reicht die Banalität des Alltags durchaus.

Was also gäbe es Neues zu berichten? Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.

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unbeschreibliche freiheit

Nein, es gibt keine Verpflichtung des reinen Bewusstseins, sich in die sogenannte Realität ‘einzubringen’. Wenn die Seele jung ist, sieht sie die Welt wie einen Sandkasten. Überall will sie ihre Fußspuren hinterlassen und das vorhandenen Material zu neuen Gestalten formen. Die Seele mittleren Alters sieht die Welt dagegen als Schule. Als Schüler durchläuft sie ein Lernprogramm, dabei kommt es aber nicht darauf an, dass du diesen Ort formst, sondern nur darauf, wie dieser Ort dich formt. Die alte, reif gewordene Seele schließlich sieht die Welt als Film, als flirrendes Schattenspiel des Uneigentlichen – ohne Substanz, ohne wirkliches Sein. Es gibt nun nichts mehr zu formen und nichts mehr zu lernen. Alles, was du glaubst lernen zu können, bist du bereits. Wende deine Augen von der Leinwand ab, verschließe Deine Ohren und gehe nach innen: dort findest du das Eigentliche, das absolute Sein. Für den solcherart Erwachten hat sich die Notwendigkeit der Beteiligung an der äußeren Realität einfach erübrigt.

Ausschnitt aus Ein Erfahrungsbericht aus dem Erleuchtetenwohnheim „Eternal Being“ von Roland Rottenfußer

Die ganze Welt ein riesengroßer Spielplatz. Einzig und allein geschaffen, um mich in ständig wechselnden Situationen neu zu erfahren, andere Aspekte meines Seins zu entdecken. Um eines schönen Tages schliesslich zu merken, das ich Alles bin und schon immer war.

Das ist genau die Art Lebensphilosophie die ich mag. Nicht das ich sie dauerhaft und durchgängig verwirklichen könnte; doch sie entspricht recht gut meinem Anspruch an Leben, meinem Anspruch an mich selbst. Und sie harmonisiert wunderbar mit meiner Überzeugung, das die Verantwortung für mein persönliches Glücksempfinden ausschliesslich bei mir selbst liegt. Was für eine unbeschreibliche Freiheit dieser Gedanke in sich trägt!

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seltsam

strange

seltsam

„Wie geht es Dir?“ – „Ach ja, es muss!“. Wie oft höre ich diesen Satz und denke mir, dass die meisten Menschen überhaupt keinen Bezug mehr haben zu „wirklichen“ Sorgen.

Ich erzähle dann gerne von den Lebensbedingungen eines vietnamesischen Familienvaters im Mekong-Delta, der mit umgerechnet 1 $ seine Frau und die drei Kinder ernährt. Oder der über 80 jährigen Peruanerin, die fröhlich ein Liedchen summend das schwere Bündel Wolle den Berg hinauf schleppt – auf 3.900 m Höhe!

Nur bei mir selbst, da ist das nicht so leicht. Kaum habe ich mal 4 Wochen nichts zu tun im Büro, schon komme ich mir nutzlos und überflüssig vor. Werde unleidlich und fange zum Jammern an, suche nach neuem Sinn und Zweck, übertrage das blöde Gefühl auch gleich in alle anderen Bereiche meines Lebens. Statt die ruhige Zeit zu geniessen klage ich über Langeweile und Einsamkeit.
Und glaubst Du mir wäre ein einziges Mal der vietnamesische Vater oder die peruanische Oma eingefallen? Nichts, nothing, nada!

Es ist eben immer leichter den Splitter im Auge des Anderen zu sehen als den Balken im eigenen! Schon seltsam, oder?

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die neue freiheit

Unsere Alltagswahrnehmung ist getrübt: für sie scheinen die Dinge unabhängig voneinander zu existieren.
Dalai Lama

Was im ersten Moment unspektakulär klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als weitreichende Behauptung. Wenn das wirklich stimmt, steht Alles mit Allem in Verbindung, ist Nichts und Niemand getrennt und einzeln zu sehen. Womit jede Tat, jedes Wort, ja sogar jeder Gedanke seinen Einfluß auf alles Andere hat. Und ich am Ende zu einem guten Teil selbst die Verantwortung für mein Leben, meine Umgebung, ja sogar die Welt habe.

Ein erschreckender Gedanke? Im ersten Moment gewiß, doch bei näherer Betrachtung ergibt sich daraus eine unglaubliche Freiheit!

Für die Wissenschaftsgläubigen:

Doppelspalt-Experiment

Der Beobachter entscheidet

Quantenverschränkung

Gefunden auf psychophysik.

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einsicht

Enjoy

Joy

Es ist ruhig geworden bei den hirngespinsten. Zum Einen widme ich viel meiner freien Zeit dem Fotografieren. Zum Anderen habe ich immer weniger Ambitionen, über das Leben, das Universum und den Rest der Welt zu reden schreiben.

DSC_0720

Einsicht

Leben lässt sich nur durch Leben erfahren, nicht durch Lesen, Sinnieren, Philosophieren. Und bei allem Spass an einem tiefsinnigen Gespräch oder einem hintergründigen Artikel bleibt solch ein Austausch der Gedanken doch nur eines: graue Theorie.

Worte, geschrieben wie gesprochen oder gesungen, sind nur Umschreibungen der oft komplexen (Welt)Bilder in meinem Kopf. Und auch diese Bilder visualisieren wiederum nur die zugrunde liegenden Gefühle und Emotionen.

Momentan finde ich es weitaus befriedigender, diese Gefühle und Emotionen in Fotografien zu transportieren. Der hirngespinste Blog wird deshalb nicht sterben. Nur etwas ruhiger werden. Erst mal.

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