Beiträge getagged mit Lernen

offen bleiben

BaumstammMeistens bin ich ja der Besserwisser. Klar, ich versuche mich zu beherrschen, aufmerksam und offen zu bleiben. Doch meistens habe ich eben doch eine recht genaue Vorstellung, wie es wirklich ist – für mich. Und genau da beginnt es spannend zu werden: Meine vorgefasste Idee von Irgendwas verhindert, dass ich genau hinschaue, wirklich zuhöre, mich ganz einbringe.

Schau Dir mal das Bild an und schreibe mir, was Du siehst. Dann schau es Dir morgen nochmal an. Und übermorgen. Es kann leicht sein, dass Du jedesmal etwas Neues entdeckst. Selbst wenn sich die Welt nicht ändern würde -so wie dieses Bild jeden Tag das selbe sein wird-, ändern wir uns. Und damit ändert sich auch unsere Wahrnehmung.

In times of change the learners will inherit the earth, while the knowers will find themselves beautifully equipped to deal with a world that no longer exists. In Zeiten steter Veränderung erbt der Lernende die Welt, während die Wissenden bestens gerüstet sind für eine Welt, die es nicht mehr gibt.
Eric Hoffer

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fenster nach innen

Fenster nach InnenSwitch: Teewasser kochen, Katze füttern, ab ins Bad … ich genieße die Stille des neuen Tages.
Switch: Meeting mit den Mediengestaltern, kenne die Antworten auf meine Fragen schon, will aber nicht nur wortlos dabei stehen.
Switch: Back in the office, die Datensicherung spinnt wieder mal, nichts Neues, ist gleich erledigt. Rechner weiter aufsetzen, MAC-Adresse im Accesspoint hinterlegen, DNS- und DHCP-Eintrag nicht vergessen, WLAN einrichten, Zertifikate installieren.
Switch: Herr M. lernt wieder am Tresen in der Küche. Nettes Gespräch über Lernen, Gehirnfrequenzen, MindMachines. Er taut ganz langsam auf, wird sicherer im Lauf der Monate – ist ein schönes Gefühl, das mit zu bekommen.
Switch: Apache konfigurieren, PHP dazu und MySQL – Routinearbeit, brauche fast nicht aufzupassen. Ein kleiner Teil von mir erledigt dieses Tagesgeschäft wie in Trance – keine Herausforderung, kaum Spass. Irgendwo in mir lauert etwas auf … ja worauf? Frau G. ist am Ende, verzweifelt an den Hürden seltsam programmierter Fibu-Software, Tränen fließen, Herr S. beruhigt mehr schlecht als recht. Noch einen virtuellen Host einrichten. Uups Tippfehler, deswegen startet Apache nicht sauber. Das lauernde Etwas in mir hätte die „richtigen“ Worte für Frau G., spürt Herrn S.’s Unsicherheit – aber hey, andere Baustelle.
Switch: In der Helsinki-Bar läuft wie so oft gute Musik, es ist kaum was los am frühen Abend. Da ist er wieder, der andere Teil von mir. Ich sehe die Stimmung der Leute, könnte sie aber nur unzureichend in Worte fassen. Im Gespräch jedoch fallen mir oft spontan die richtigen (Sinn)bilder ein. Frau B. kommt, hatte wieder einen schweren Tag. Was ich zuwenig habe, hat sie zuviel: menschliche Herausforderungen. Aber hey, andere Baustelle – meine eigene nämlich!
Switch: Abendessen, Feuer im Ofen im Büro machen, Rechner an. Frau B. schläft, ich stöbere in einigen Blogs. last.fm lernt langsam meinen Geschmack, wird immer zielsicherer. Das Fensterbild aus der Helsinki-Bar aufbereiten, Artikel schreiben, veröffentlichen. Mit Kopf und Bauch, Herz und Verstand -sind das die zwei Teile, welche sich den Tag geteilt haben?- macht es schon mehr Spaß. Und doch: real statt virtuell wäre mir lieber!
Switch: Rechner aus, Licht aus, ab ins Bett – welcher Teil von mir wird jetzt wohl aktiv?

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