Beiträge getagged mit Lieben-was-ist

übergang

Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.

Jean-Luc Picard

Das zu wissen ist eine Sache, es deutlich vor Augen geführt zu bekommen eine andere. So souverän ich in Zeiten sorgenlosen Alltagas mit der Endlichkeit unseres Lebens umzugehen vermag, so sehr wirft es mich aus der Bahn, wenn ein geliebtes Wesen am Ende seiner Reise durch die Zeit steht. Besuch hat sich angeündigt. Ein seltener Gast ist er, und nur selten gern gesehen. Noch wartet er respektvoll und mit Achtung vor seinem Gefährten, doch sein Kommen ist unausweichlich.

Gevatter Tod steht vor unserem Haus, der Sand in Sammys Stundenglas ist fast abgelaufen. 18 Jahre hatte sie Zeit, schöne Erinnerungen zu sammeln, seit 15 Jahren durften wir Teil ihrer Reise sein. Nun weicht die Kraft aus ihrem Körper, sie kann kaum noch laufen, schläft den ganzen Tag. Die kleine Freundin atmet immer wieder Sekunden lang nicht, dann öffnet sie mit einem Ruck die Augen und schaut nach uns, um den Kopf mit einem tiefen Seufzer gleich wieder auf das Fell sinken zu lassen.

Es ist schwer, jemanden mit Respekt und Achtung auf seinem letzten Weg zu begleiten. Ihn nicht um jeden Preis fest halten zu wollen. Ihm die Zeit zu geben, die er eben braucht und will. Sich dabei nicht selbst zu verlieren. Und kein Wissen dieser Welt hilft dabei – es tut weh.

Update 2008-08-25: Als wir gestern Abend auf der Bank vor dem Haus saßen und Sammy plötzlich neben uns auftauchte, ist mir die Geschichte vom Brandner Kasper und dem Tod eingefallen. Irgendwie hat sie wieder ein klein wenig Energie mobilisiert, sich in den letzten Strahlen der Abendsonne gewärmt, heute Morgen sogar etwas Appetit gezeigt.

Wir wissen nichts vom Anderen, rein garnichts. Was auch immer wir zu wissen meinen, entspringt unseren eigenen Gefühlen, Gedanken, Erwartungen und Ängsten. Doch das Leben kümmert sich nicht darum, ent-täuscht uns leichtfüssig und geht seinen eigenen Weg.

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schlimmer wird es nicht

Verblüte RoseWas sollte am Sterben nicht in Ordnung sein? Jeden Abend schließen Sie die Augen und schlafen ein. Ich wüsste nicht, dass der Schlaf den Menschen Sorgen bereitete. Sie freuen sich darauf. So manchem ist dieser Teil des Lebens sogar am liebsten. Schlimmer wird es nicht, abgesehen von Ihrer Überzeugung, da wäre noch etwas anderes. Bevor ein Gedanke entsteht, gibt es niemanden, gibt es nichts – nur Frieden, der sich nicht einmal als solcher erkennt.

Byron Katie – Eintausend Namen für Freude

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wer wärst du

BlütentraumWas geschehen ist, ist geschehen. „Hätte ich nur …“, „Wäre seinerzeit doch …“, „Wenn damals nicht …“ – die Vergangenheit ändern zu wollen ist verrückt und tut nur weh.
„Warte nur, bis …“, „Wenn erst mal ….“, „Ich bin noch nicht so weit …“ – auf eine Zukunft zu bauen, die vielleicht nie passieren wird, ist genauso verrückt. Und das Warten tut nicht minder weh!

Bleibt die Gegenwart. „Er sollte …“, „Ich müsste …“, „Sie dürfte nicht …“ – mit der Wirklichkeit im Clinch zu liegen ist eine anstrengende Sache und zudem wenig aussichtsreich. Wen willst Du denn alles manipulieren? Dich selbst? Na, wem’s gefällt. Den Rest der Welt? Das ist eine echte Herausforderung bei 6,5 Milliarden Menschen. Ganz zu schweigen vom Wetter, dem Stau, der Politik, dem Klimawandel, … die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Die Welt ist perfekt, in jeder Sekunde ihres Daseins. Einzig Deine Gedanken über die Welt sind vielleicht etwas verwirrt. Wer wärst Du ohne Deine Geschichte, ohne Deine Gedanken darüber, wie die Dinge sein sollten?

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perspektive

Augsburger StadtansichtenAlles hat seine zwei Seiten. So weitreichend die Veränderungen in unserem Leben anfangs auch scheinen, so groß ist auch die Chance, welche sich in ihnen verbirgt. Klar, ein Risiko bleibt immer – Gewissheit gibt es nicht. Doch die Unausweichlichkeit des Lebens lässt ja eh keinen anderen Weg zu als Voranzuschreiten, sich dem Unbekannten zu stellen. Denn selbst ein zauderndes Stehenbleiben würde die momentane Situation verändern – mit einem ebenso ungewissen Ausgang.
Wieder einmal liegt es ausschliesslich in meiner Hand, wie ich auf die Dinge zu gehe. Ängstlich und vorausfürchtend oder neugierig und hoffnungsvoll. Und so zeigt die dunkle, enge Gasse -aus einer anderen Perspetive betrachtet- plötzlich ihre ganze vielfältige Schönheit. Enthüllt immer mehr spannende Details, setzt dem kalten Blau des Nachthimmels ein warmes Leuchten entgegen und erfüllt mich mit einer Zuversicht, die alle Bedenken mit einer sanften Bewegung beiseite wischt.

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die würfel sind gefallen

Die Würfel sind gefallenSchicksal, Bestimmung oder einfach nur schlecht gewürfelt, dumm gelaufen?
Die Welt ist, was ich glaube. Und da lasse ich mir nicht reinreden – schließlich kann ich glauben, was ich will. Jetzt stellt sich nur die Frage, wann es mir besser geht?
Die Würfel sind gefallen, liegen vor mir, ob mir das nun passt oder nicht. Wie auch immer diese Situation zustande gekommen sein mag, sie ist, wie sie ist. Schicksal, Zufall oder selber schuld, was spielt das schon für eine Rolle? Mir bleibt nur der jetzige Moment, um eine Entscheidung zu treffen. Natürlich kann ich mit dem Schicksal hadern, mich mit Selbstvorwürfen quälen und die unsägliche Pechsträhne beklagen. Doch es ändert nichts an der Realität, die Würfel sind gefallen.
Da schaue ich schon lieber genau hin, denke mir „Ui, was haben wir denn da?“ und gehe die Sache neugierig und mit freiem Kopf an.

Lieben was ist, die Dinge nehmen wie sie kommen. Das macht mich nicht machtlos, sondern gibt mir die Freiheit unvoreingenommen, mit klarem Verstand und frohem Herzen zu agieren. Die Würfel sind gefallen, mal schau’n, was sich daraus machen lässt!

(Übrigens: Ich sehe beim Backgammon meist weg, wenn der Andere würfelt und zieht :))

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