Beiträge getagged mit Regen

loslassen

Spinnennetz

Gefangen im Netz aus Gewohnheit und Angst
hängen meine Träume und Hoffnungen
wie Regentropfen am seidenen Faden

Ein unachtsamer Schritt, ein jäher Windstoß
und sie teilen aller Tropfen Los

Doch frei von der Erwartung süßer Last
beginnt des Lebens steter Wandel gleich
mir neue Träume einzusagen

Eigentlich hatte ich zu Sari’s Thema der Woche 38 im Projekt 52 ein bestimmtes Gedicht im Kopf und eine Idee dazu, wie ich das im Bild umsetzen möchte. Doch als ich die heute Morgen gemachten Bilder entwickelt habe, ist mir zum Spinnennetz obiges Gedicht eingefallen. Nun gut, dann eben anders herum :). (Ganz nebenbei passt es auch zu Sari’s Ballon mit den Träumen und Wünschen.)

Das ursprüngliche Gedicht will ich Euch trotzdem nicht vorenthalten, es ist mein Lieblingsgedicht:

Der Panther
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Sich lautlos auf – . Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

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perfektes recycling

Leuchtblumen

„Der Herbst kommt, es wird langsam wieder früher dunkel draußen und bei Nacht sieht die Welt einfach mal anders aus.“ Sari’s Thema der 37ten Woche im Projekt 52 lautet Nachtspaziergang.

Spazierengehen im Regen finde ich schön, Nachts genauso wie am Tag. Mit dem Regen und der Fotografiererei allerdings habe ich so meine Schwierigkeiten. Die kurze Trockenphase gerade eben habe ich dann aber doch genutzt.

Und siehe da, in unserem kleinen Garten wachsen doch tatsächlich die seltenen Leuchtblumen! Etwas naiv schauen sie schon aus, und rein farblich steckt noch viel Verbesserungspotential drin. Naja, es ist auch nicht so leicht. Schließlich läuft der Lebenshaltungsprozess quasi rückwärts ab: während die einen Licht in Energie umwandeln, basieren die Leuchtblumen auf der Umwandlung von Energie in Licht. So betrachtet perfektes Recycling 🙂

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abgebrochen

Kemptener HütteSchon lange haben wir die zweite Alpenüberquerung im Sinn, haben Ausrüstung erneuert, Karten studiert, uns vorbereitet und gefreut. Mal abgesehen von dem um zwei Tage verzögerten Start hat auch alles richtig gut angefangen: strahlend blauer Himmel, nette Hütten, bestes Wanderwetter.

Klar waren die ersten Tage mühsam: der Rucksack lastete schwer auf den Schultern, Kondition und Kraft ließen zu wünschen übrig. Doch von Tour zu Tour ging es besser, blieb mehr Kraft und Konzentration für die einzigartigen Wunder der Natur übrig.
Und so haben wir uns mehr und mehr auf die nächsten Routen quer über die Alpen gefreut. Ein paar Wolken und etwas Regen haben so mancher Aussicht erst die richtige Stimmung gegeben, wir waren bester Laune und voller Zuversicht.Seescharte

Selbst der erste Pausentag in Zams hat uns noch nicht aus der Bahn geworfen. Wenn es einen Tag regnet und wir eh schon im Tal sind, dann lassen wir es uns eben hier gut gehen. Doch der Wetterbericht wurde von Mal zu Mal Zams im Regenpessimistischer: Dauerregen und Schnee bis 2.000 m, selbst bis Bozen hinunter. Damit sind manche Touren schlichtweg unmöglich, an die Begehung der Klettersteige in der Brenta ist nicht zu denken. Und so machten wir uns am Montag wiederwillig gen Heimat auf, von einem eigenartigen Gefühl begleitet: wir haben noch nie einen Urlaub abgebrochen!

Die vage Hoffnung, es könnte irgendwo in Mitteleuropa die Aussicht auf besseres Wetter bestehen, zerschlägt die Recherche im Internet: von Oslo bis Genua ist bis Freitag Regen angesagt. Und so bleibt uns nichts weiter übrig, als das Beste daraus zu machen … was immer das auch sein mag. Die Alpen laufen uns sicher nicht davon, die verbleibenden Tage Urlaub allerdings schon.

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eingefangen

BlütentraumDie Sonne versteckt sich hinter dunklen Regenwolken. Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft den Rasen zu mähen, nun fallen dicke Tropfen vom Himmel.

Der Regen hatte sich schon den ganzen Tag über angekündigt. Alles fühlte sich seltsam gedämpft an, als wäre ich in eine flauschige Schicht Watte eingepackt. Jetzt verziehen sich die Schleier meiner Wahrnehmung, die Regentropfen malen einen Geräuschteppich im Garten, die Luft riecht frisch und klar.

Die Sonne? Eine Blüte hat sie für mich eingefangen, sie scheint mir vom Monitor entgegen.

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