Beiträge getagged mit Sinn

sinn und gehalt

KlobürsteWeswegen die Bürste ausgerechnet an der frisch gestrichenen Wand in der Garage so akkurat befestigt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch sie erregt Aufmerksamkeit, lenkt den Blick auf sich und schafft einen Anlass zum Gespräch, entfacht vielleicht sogar eine tiefgreifende Diskussion über Kunst ­čśë

Wahrscheinlich hat sie dort einen ganz bodenständigen praktischen Nutzen, der sich unserem nach Sinn und Gehalt lechzenden Verstand gänzlich entzieht.

Ich werde Sig bei Gelegenheit mal fragen, was er sich dabei gedacht hat – und ob überhaupt!?

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illusion

IllusionSpass macht es und Freude. Und so sehr es auch anstrengen mag – die Mühe lohnt sich für diese kurze Zeit des Erfülltseins.
Und jetzt? Was nun, da das Werk vollbracht, das Ziel erreicht ist? Leere macht sich in mir breit, füllt den frei gewordenen Raum aus wie Nebel die Gassen der Stadt.

Eine neue Aufgabe, ein neues Ziel muss her. Es wird den Nebel vertreiben und wieder Sinn in den öde gewordenen Alltag bringen. Eine kleine Weile lang gebe ich mich dieser Illusion hin, die aus den Tiefen meines Selbst empor steigt. Bis ich erkenne und sie wie eine Seifenblase zerplatzt.

Nicht das Erreichen des Zieles macht Spass, die Aufgabe an sich gibt meinem Leben keinen Sinn. Nur Freude macht Freude, mein Alltag ist erfüllt und sinnvoll, wenn ich ihn erfüllt und sinnvoll empfinden will. Als Auslöser ist das zu vollbringende Werk nicht schlecht, es reicht aber auch das berühmte Gänseblümchen am Wegrand – oder ganz banal die Tatsache: ich lebe.

Die Zeit ist Dir bereits gegeben.
Du musst nur entscheiden, was Du mit ihr anfangen willst.

Gandalf – Herr der Ringe, Die Gefährten

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stell dir vor

SternengeburtStell Dir vor es gäbe eine Kraft im Universum, die alle Deine Träume Wirklichkeit werden ließe. Stell Dir vor, diese Kraft würde sich weniger an Deinen Gedanken, sondern mehr an Deinen Gefühlen, Deinen Erinnerungen orientieren. Wie sähe Dein Leben aus? Wärst Du glücklich? Würdest Du überfliessen vor Freude und Dankbarkeit ob der unzähligen Wunders des Lebens? Stündest Du im kreativen Austausch mit Deiner Umgebung, voller spannender Gespräche und freudigem Besammensein?

Oder wäre Dein Alltag trist und grau, voller Unsicherheit und Schuldgefühlen? Würdest Du den Tag mit einer eintönigen Tätigkeit an Dir vorbei ziehen lassen, deren Sinn und Zweck sich Dir nicht erschließt? Welche Menschen würden Dich wohl umgeben, wenn Du Deine Erinnerungen und Gefühle als Maßstab anlegst?

Stell Dir vor Du wärst eines von sechseinhalb Milliarden Wesen, welche sich diesem Experiment angeschlossen haben. Stell Dir vor Du wärst … ein Mensch.

Ich habe vorhin Solaris im Fernsehen gesehen. Die Neuverfilmung kommt nicht an die Komplexität des Romans heran, hat aber gereicht, um mich wieder etwas wach zu rüttlen.

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fragen

Das kleine Büchlein lässt mich nicht mehr los! Eigentlich wollte ich mir im Buchladen nur die Zeit vertreiben und hatte nicht vor, etwas zu kaufen. Doch der Titel hat mich angesprochen, erinnerte mich irgendwie an Das Restaurant am Ende des Universums.Und dann habe ich es in einem Rutsch gelesen.

John, ein gestresster Werbemanager, entdeckt auf der Speisekarte eines Cafes mitten im Nichts drei Fragen. Die Beschäftigung damit verändert sein Leben, führt ihn Schritt für Schritt heraus aus der Tretmühle des Alltags.

Warum bist Du hier?
Hast Du Angst vor dem Tod?
Führst Du ein erfülltes Leben?

Keine großen Weisheiten, kein erhobener Zeigefinger. Ein kleines, liebenswert geschriebenes und leicht nachvollziehbares Büchlein. Und drei der mächtigsten Fragen, welche Dir in Deinem Leben begegnen können.

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reaktionszeit

Schon eigenartig: immer wenn ich dabei bin die Hoffnung zu verlieren, wenn ich glaube es geht nicht mehr weiter, wendet sich das Blatt plötzlich und ich seh‘ wieder einen Lichtschimmer am Horizont. Auf einmal habe ich neue Bilder im Kopf, finde neue Worte und habe neue Ideen. Bin ich vielleicht anfangs zu nahe dran am Geschehen, sehe damit den Wald vor lauter Bäumen nicht? Resignieren, Aufgeben, Davonlaufen wollen heisst ja auch Abstand nehmen, sich distanzieren. Und das bringt fast zwangsläufig einen neuen Standpunkt mit sich, eine andere Sicht der Dinge, etwas mehr Überblick. Eigentlich etwas ganz Positives – das müsste mir nur mal in der Phase der Verzweiflung einfallen ­čÖé

Es geht also wieder mal um Zeit. Zeit die ich brauche, um das aktuelle Geschehen wirklich aufzunehmen, mich darauf einzulassen, zu spüren was mit mir geschieht. Um die Zeit bis zum Verstehen des Erlebten, den Punkt, an dem sich zwar alles noch seltsam dumpf anfühlt, sich aber eine Ahnung von Sinnhaftigkeit im Kopf breit macht. Bis schließlich der Moment erreicht ist, an dem sich Gefühl und Verstand treffen und zusammen eine neue Erfahrung ausmachen, welche mein Erleben zumindest in dieser einen Hinsicht verändert.

Thaddeus Golas fällt mir ein, Der Erleuchtung ist es egal, wie Du sie erlangst:
Nehmen wir an, jemand rüttelt an einem Tisch und eine Tasse beginnt hinunterzurutschen. Wenn deine Wahrnehmungsschwingungen sehr langsam sind, werden Dir deine Wellen eine Botschaft schicken, wo sich die Tasse befindet, wenn sie zu fallen beginnt, einen zweiten Eindruck, wenn sie sich auf halbem Weg zum Boden befindet, und einen dritten, wenn sie aufschlägt. Wenn aber deine Schwingungen rasch sind, wirst du eine ganze Reihe von Eindrücken von dem Weg erhalten, den die Tasse zu Beginn ihres Falles nimmt, und du wirst das Gefühl haben, dass Dir eine Menge Zeit zur Verfügung steht, um deine Hand hinüber zu bewegen und sie aufzufangen, wenn du willst.
Achte sorgfältig darauf, dass Ereignisse schnell zu geschehen scheinen, wenn deine Schwingungen langsam sind, und dass du dann das Gefühl hast, die Dinge passieren zu schnell, als dass du sie in den Griff bekommen könntest. Und es könnte sein, dass du Dich umso mehr gedrängt fühlst, noch intensiver zu versuchen, die Kontrolle darüber zu bekommen.

Je rascher du aber schwingst, und je mehr Eindrücke du von deiner Umgebung zurück bekommst, desto langsamer wird der Ablauf aller Ereignisse erscheinen, und desto eher wirst du das Gefühl haben, darüber zu stehen. Je mehr du liebst, desto rascher schwingst du und desto weniger hast du das Bedürfnis, irgendetwas unter Kontrolle zu halten, und du fürchtest Dich nicht vor Veränderung und Abwechslung.

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