Beiträge getagged mit Unsicherheit

spiegel

TulpenDie Welt ist voller netter Menschen! Ok, so mancher lässt es sich nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick anmerken. Und doch kommt es mir so vor.

Da höre ich immer wieder, wie schwierig A doch sei und wie bevormundent. Und dann stellt sich heraus, dass A ein humorvoller, netter, ja fast väterlicher Typ ist. Wäre ich ein in dieser Hinsicht empfindlicher Mensch, hätte ich wohl 5-7 seiner Sätze als persönlichen Angriff werten können. Bin ich aber nicht :).

Oder B, der mir auf den ersten Blick irgendwie arrogant erschien, sich im Nachhinein jedoch auch wieder als netter, freundlicher Geselle entpuppt hat. Im Nachhinein, als ich nämlich meine Unsicherheit abgelegt hatte und offenen Herzens auf ihn zugegangen bin.

Ja ja, die Welt ist eben doch ein Spiegel.

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kopfstand

SpiegelbildJammern, beschweren, mosern – die halbe Welt versteht selbige nicht mehr und schimpft munter drauf los. Da weiss jemand „jetzt auch nicht warum, aber ich bin dagegen!“. Andere opfern freiwillig Geld und Zeit für einen VHS Intensivkurs und maulen dann, weil es Hausaufgaben gibt. Oder der Inbegriff des grünen Umweltaktivisten (mit Birkenstock, Schlamperhose und selbst gestricktem Wollmützchen), der fröhlich den Motor seines Wagens laufen lässt, während er beim Vollwert-Bäcker Biosemmeln kauft.

Die Welt steht nicht Kopf, auch wenn es auf den ersten Blick manchmal so scheint. Sie funktioniert ganz gut, ja sogar ausgesprochen gut – wenngleich auch nicht so, wie sich das einige vorstellen! Schau mal durch eine Lupe, die Du etwas weiter von Dir weg hälst … ganz schön verdreht sieht alles aus. Unsere Vorstellung von Welt, von Leben ist genau so eine Lupe.

Die ganze Schönheit entfaltet sich erst, wenn ich meine Trägheit, Unsicherheit, Angst oder was auch immer überwinde, meinen Hintern hebe und genau hinschaue. Andernfalls kann ich mich „auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln“ (Zitat Oma), das Bild in der Lupe bleibt verkehrt.

Oder um es mit Byron Katie zu sagen:

Wenn Du mit der Realität streitest, verlierst Du – aber nur jedes Mal.

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stell dir vor

SternengeburtStell Dir vor es gäbe eine Kraft im Universum, die alle Deine Träume Wirklichkeit werden ließe. Stell Dir vor, diese Kraft würde sich weniger an Deinen Gedanken, sondern mehr an Deinen Gefühlen, Deinen Erinnerungen orientieren. Wie sähe Dein Leben aus? Wärst Du glücklich? Würdest Du überfliessen vor Freude und Dankbarkeit ob der unzähligen Wunders des Lebens? Stündest Du im kreativen Austausch mit Deiner Umgebung, voller spannender Gespräche und freudigem Besammensein?

Oder wäre Dein Alltag trist und grau, voller Unsicherheit und Schuldgefühlen? Würdest Du den Tag mit einer eintönigen Tätigkeit an Dir vorbei ziehen lassen, deren Sinn und Zweck sich Dir nicht erschließt? Welche Menschen würden Dich wohl umgeben, wenn Du Deine Erinnerungen und Gefühle als Maßstab anlegst?

Stell Dir vor Du wärst eines von sechseinhalb Milliarden Wesen, welche sich diesem Experiment angeschlossen haben. Stell Dir vor Du wärst … ein Mensch.

Ich habe vorhin Solaris im Fernsehen gesehen. Die Neuverfilmung kommt nicht an die Komplexität des Romans heran, hat aber gereicht, um mich wieder etwas wach zu rüttlen.

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fenster nach innen

Fenster nach InnenSwitch: Teewasser kochen, Katze füttern, ab ins Bad … ich genieße die Stille des neuen Tages.
Switch: Meeting mit den Mediengestaltern, kenne die Antworten auf meine Fragen schon, will aber nicht nur wortlos dabei stehen.
Switch: Back in the office, die Datensicherung spinnt wieder mal, nichts Neues, ist gleich erledigt. Rechner weiter aufsetzen, MAC-Adresse im Accesspoint hinterlegen, DNS- und DHCP-Eintrag nicht vergessen, WLAN einrichten, Zertifikate installieren.
Switch: Herr M. lernt wieder am Tresen in der Küche. Nettes Gespräch über Lernen, Gehirnfrequenzen, MindMachines. Er taut ganz langsam auf, wird sicherer im Lauf der Monate – ist ein schönes Gefühl, das mit zu bekommen.
Switch: Apache konfigurieren, PHP dazu und MySQL – Routinearbeit, brauche fast nicht aufzupassen. Ein kleiner Teil von mir erledigt dieses Tagesgeschäft wie in Trance – keine Herausforderung, kaum Spass. Irgendwo in mir lauert etwas auf … ja worauf? Frau G. ist am Ende, verzweifelt an den Hürden seltsam programmierter Fibu-Software, Tränen fließen, Herr S. beruhigt mehr schlecht als recht. Noch einen virtuellen Host einrichten. Uups Tippfehler, deswegen startet Apache nicht sauber. Das lauernde Etwas in mir hätte die „richtigen“ Worte für Frau G., spürt Herrn S.’s Unsicherheit – aber hey, andere Baustelle.
Switch: In der Helsinki-Bar läuft wie so oft gute Musik, es ist kaum was los am frühen Abend. Da ist er wieder, der andere Teil von mir. Ich sehe die Stimmung der Leute, könnte sie aber nur unzureichend in Worte fassen. Im Gespräch jedoch fallen mir oft spontan die richtigen (Sinn)bilder ein. Frau B. kommt, hatte wieder einen schweren Tag. Was ich zuwenig habe, hat sie zuviel: menschliche Herausforderungen. Aber hey, andere Baustelle – meine eigene nämlich!
Switch: Abendessen, Feuer im Ofen im Büro machen, Rechner an. Frau B. schläft, ich stöbere in einigen Blogs. last.fm lernt langsam meinen Geschmack, wird immer zielsicherer. Das Fensterbild aus der Helsinki-Bar aufbereiten, Artikel schreiben, veröffentlichen. Mit Kopf und Bauch, Herz und Verstand -sind das die zwei Teile, welche sich den Tag geteilt haben?- macht es schon mehr Spaß. Und doch: real statt virtuell wäre mir lieber!
Switch: Rechner aus, Licht aus, ab ins Bett – welcher Teil von mir wird jetzt wohl aktiv?

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