Beiträge getagged mit Verstand

sinn und gehalt

KlobürsteWeswegen die Bürste ausgerechnet an der frisch gestrichenen Wand in der Garage so akkurat befestigt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch sie erregt Aufmerksamkeit, lenkt den Blick auf sich und schafft einen Anlass zum Gespräch, entfacht vielleicht sogar eine tiefgreifende Diskussion über Kunst 😉

Wahrscheinlich hat sie dort einen ganz bodenständigen praktischen Nutzen, der sich unserem nach Sinn und Gehalt lechzenden Verstand gänzlich entzieht.

Ich werde Sig bei Gelegenheit mal fragen, was er sich dabei gedacht hat – und ob überhaupt!?

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veränderung

In Reih und GliedVielleicht bilde ich mir es ja nur ein, aber seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, die Werbung versucht an unseren gesunden Menschenverstand zu appelieren. Da gibt es plötzlich „… seriöse Kundenbetreuung …“ und „… hören Sie nicht auf die tolle Musik und vergessen Sie die überwältigende Landschaft …“, wo früher nur „… werden auch Sie Millionär …“ und „… aus Freude am Fahren …“ angesagt war?!

Nun sind Werbefachleute ja meist schlaue Leute (ja klar, es gibt auch Ausnahmen :), erkennen mit feinem Gespür den Nerv der Zeit und verstehen es meisterhaft, den braven Konsumenten einzulullen. Da drängt sich mir die Frage auf: „Worauf reagieren die denn eigentlich?“. Ziehen die abgedroschenen Sprüche nicht mehr? Sollte sich in der breiten Masse so langsam die Erkenntnis durchsetzen, das Geiz nicht alles alles ist und schon garnicht geil? Das nicht jeder mal eben Millionär wird -und erst recht nicht lange bleibt-, der ein paar Lose kauft? Das ein schickes Auto nicht dauerhaft etwas am Bierbauch oder der zerrütteten Ehe ändert?

[Beim Schreiben dieser Zeilen kommt mir der Gedanke, ob es nicht genau umgekehrt ist: die Werbung versucht einen Wandel im Bewusstsein der Massen zu bewirken. Aber das ist selbst mir zu utopisch – so fern jeglicher raffgierigen Realität sind nicht mal in meine abgehobensten Hirngespinste.]

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5 dinge

Pure Joy

Neulich bin ich über einen Satz gestolpert, der mich lange beschäftigt hat: „Nenne 5 Dinge, die Du in Deinem Leben noch machen möchtest.“. Naja, mit den Dingen machen habe ich es nicht so – das ist eine endlose Sache, an deren Ende ich jedesmal nur wieder bei mir selbst lande.
Also habe ich mich ein bißchen bei Neal Donald Walsh angelehnt und den Satz umformuliert: „Nenne 5 Dinge, die ausdrücken wie Du SEIN möchtest.“. Schon wird es schwieriger, mir fallen -auch heute noch- beim besten Willen nur 3 ein:

  1. 3 Monate Wandern in Neuseeland
    Dahinter steckt die Erfahrung aus der Alpenüberquerung letztes Jahr. Irgendwann hört der Verstand auf, ständig dazwischen zu quatschen und ich werde Eins mit dem Weg, den Bergen, der Natur – dem Leben. Ich möchte Eins sein mit allem was ist.
  2. Auf einer Bühne vor 1.000 Leuten reden
    Davor habe ich ganz schön Bammel. Andererseits weiß ich, dass ich das kann und das es mir auch riesen Spaß machen wird! Genau der Zwiespalt ist es, der mich reizt. Ich will meine Grenzen kennen lernen und überschreiten. Ich will mutig sein.
  3. 1 ganzen Tag lang glücklich grinsend in der Sonne liegen
    Für mich das Schwierigste. Ich kann ganz gut rumsitzen und blöd schauen – aber einen ganzen Tag lang? Da wird mir schnell langweilig und vorbei ist es mit dem inneren Frieden. Ich werde ungeduldig und hibbelig und glücklich bin ich dann schon garnicht mehr. Ich möchte mir selbst genügen.

Was möchtest Du sein?

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kontraste

Psychedelic GoaEin Dorf weiter ist Starkbierfest, da gibt’s dann Sonntag Nachmittag auch immer lecker Kuchen. Als ich den heute geholt habe und damit gute 15 Minuten der bayrischen Blasmusik ausgesetzt war, ist mir was eingefallen:

Bei vielen Musikrichtungen ist Klang die Verpackung, der Inhalt wird mit Worten transportiert. Ein Lied kann seine Wirkung nur richtig entfalten, wenn ich den Text verstanden habe. Neue Sichtweisen eröffnen sich dann durch ein neues Verständnis des jeweiligen Themas.
Ganz anders hingegen bei Psychedelic Goa Trance: Verpackung und Inhalt sind Eins, es gibt nichts zu Verstehen. Jeder Versuch diese Rhythmen mit einem klassischen Musikverständnis zu begreifen muss kläglich scheitern. Die Wirkung entfaltet sich nur, wenn ich meinen Verstand beiseite lasse und mich in den Rhythmus fallen lasse. Meine Gehirnfrequenz geht mit dem Takt in Resonanz, der Verstand wird durch die ungewohnten Klangstrukturen verwirrt und steigt langsam aus. Mein Körper fängt an mit zu schwingen, ein Gefühl von Einheit wächst langsam in mir, Schauer rieseln mein Rückgrat entlang.
Und plötzlich schwirren Bilder durch meinen Kopf, Ideen fangen von irgendwo her an zu fließen und der Satz Nada Brahma – Die Welt ist Klang gewinnt eine ganz neue Bedeutung.

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reaktionszeit

Schon eigenartig: immer wenn ich dabei bin die Hoffnung zu verlieren, wenn ich glaube es geht nicht mehr weiter, wendet sich das Blatt plötzlich und ich seh‘ wieder einen Lichtschimmer am Horizont. Auf einmal habe ich neue Bilder im Kopf, finde neue Worte und habe neue Ideen. Bin ich vielleicht anfangs zu nahe dran am Geschehen, sehe damit den Wald vor lauter Bäumen nicht? Resignieren, Aufgeben, Davonlaufen wollen heisst ja auch Abstand nehmen, sich distanzieren. Und das bringt fast zwangsläufig einen neuen Standpunkt mit sich, eine andere Sicht der Dinge, etwas mehr Überblick. Eigentlich etwas ganz Positives – das müsste mir nur mal in der Phase der Verzweiflung einfallen 🙂

Es geht also wieder mal um Zeit. Zeit die ich brauche, um das aktuelle Geschehen wirklich aufzunehmen, mich darauf einzulassen, zu spüren was mit mir geschieht. Um die Zeit bis zum Verstehen des Erlebten, den Punkt, an dem sich zwar alles noch seltsam dumpf anfühlt, sich aber eine Ahnung von Sinnhaftigkeit im Kopf breit macht. Bis schließlich der Moment erreicht ist, an dem sich Gefühl und Verstand treffen und zusammen eine neue Erfahrung ausmachen, welche mein Erleben zumindest in dieser einen Hinsicht verändert.

Thaddeus Golas fällt mir ein, Der Erleuchtung ist es egal, wie Du sie erlangst:
Nehmen wir an, jemand rüttelt an einem Tisch und eine Tasse beginnt hinunterzurutschen. Wenn deine Wahrnehmungsschwingungen sehr langsam sind, werden Dir deine Wellen eine Botschaft schicken, wo sich die Tasse befindet, wenn sie zu fallen beginnt, einen zweiten Eindruck, wenn sie sich auf halbem Weg zum Boden befindet, und einen dritten, wenn sie aufschlägt. Wenn aber deine Schwingungen rasch sind, wirst du eine ganze Reihe von Eindrücken von dem Weg erhalten, den die Tasse zu Beginn ihres Falles nimmt, und du wirst das Gefühl haben, dass Dir eine Menge Zeit zur Verfügung steht, um deine Hand hinüber zu bewegen und sie aufzufangen, wenn du willst.
Achte sorgfältig darauf, dass Ereignisse schnell zu geschehen scheinen, wenn deine Schwingungen langsam sind, und dass du dann das Gefühl hast, die Dinge passieren zu schnell, als dass du sie in den Griff bekommen könntest. Und es könnte sein, dass du Dich umso mehr gedrängt fühlst, noch intensiver zu versuchen, die Kontrolle darüber zu bekommen.

Je rascher du aber schwingst, und je mehr Eindrücke du von deiner Umgebung zurück bekommst, desto langsamer wird der Ablauf aller Ereignisse erscheinen, und desto eher wirst du das Gefühl haben, darüber zu stehen. Je mehr du liebst, desto rascher schwingst du und desto weniger hast du das Bedürfnis, irgendetwas unter Kontrolle zu halten, und du fürchtest Dich nicht vor Veränderung und Abwechslung.

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