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eingewöhnung

Sicherer Platz

Seit Freitag haben wir zwei neue Mitbewohner. Jessie und Curtis ist das Herrchen weg gestorben und so sind sie im April im Tierheim gelandet. Unsere alte Dame Sammy hingegen hat vor zwei Wochen die Seiten gewechselt und schaut nun vom Katzenhimmel aus auf 22 Jahre Leben zurück. Da passen wir wohl ganz gut zusammen?!

Die beiden 3 und 5 Jahre alten Gesellen sind ganz furchtbar ängstlich. Keiner weiss, wie es ihnen ergangen ist. Und so lieb sich die Leute im Tierheim Augsburg auch um ihre Schützlinge kümmern, eine entspannte Umgebung ist es wohl für die zwei nicht gewesen. Und so haben sie sich am Freitag erst mal in ihren Transportkisten verkrochen.

Jessie (eigentlich heisst sie Celeste, aber so genau weiss das auch keiner – Jessie passt besser:) hat sich dann als erste raus getraut. Aber nur, um ein besseres Versteck zu suchen. Wir haben sie dann im Regal im Schlafzimmer hinter den Büchern gefunden. 10 Minuten später war sie auch da nicht mehr; der Platz unter dem Sofa in der Küche war dann noch unzugänglicher und damit sicherer.

Alldieweil war Curtis immer noch in seiner Kiste, hat sich unter die Decke verkrochen und nur ängstlich raus gespitzt. Irgendwann bin ich im Wohnzimmer (da haben wir den beiden erst mal alles hin gestellt) eingeschlafen. Darauf hat der kleine Gauner nur gewartet und sich flugs auch einen sichereren Platz gesucht. Auf dem Schrank im Wohnzimmer hat er den Überblick und von uns kommt keiner hin.

Der Samstag Morgen hat uns dann zwei Sachen gezeigt: die Beiden hatten ordentlich Hunger und in der Nacht alles leer gegessen. Und Jessie hat ein grosses Talent im Versteck suchen. Fast eine Stunde waren wir im Haus unterwegs, bis wir sie schliesslich im Schrank ganz oben auf einem Stapel Koffer entdeckt haben. Klar war sie auch da nicht lange, wir haben durch sie noch ein paar gute Katzenverstecke in unserem Haus kennen gelernt :).

Seit heute Morgen allerdings liegt sie mit Curtis auf dem Wohnzimmerschrank. Gut, dann brauchen wir wenigstens nicht mehr suchen. Und wir brauchen nur noch einmal Geschichten erzählen, um die Beiden an unsere Stimmen zu gewöhnen. Im Sitzen, nicht auf dem Bauch liegend vor dem Sofa im Büro. So langsam werden die zwei ruhiger, schliessen schon mal die Augen, wenn wir mit ihnen reden.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sie Vertrauen fassen. Aber wir haben ja Zeit und Geduld – auch wenn’s immer wieder schwer fällt 😉

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1 Kommentar

treiben lassen

Ein Schatten huscht blitzschnell durch den Garten, viel zu groß für einen Vogel. Es ist weder etwas zu hören noch zu sehen. Erst das dumpfe Fauchen des Brenners macht mich auf den Heissluftballon aufmerksam, der scheinbar in unmittelbarer Nähe seinen Ausflug beenden will.

Ich mag diese riesigen Gebilde, die oft den Himmel hier über dem schwäbischen Holzwinkel bevölkern. Nicht nur wegen ihres farbenfrohen Aussehens, sondern weil sie so sehr meine Art des Reisens, ja des Lebens verkörpern. Nur schwer zu steuern, gehört eine gute Portion Vertrauen und Neugierde zur Fahrt mit dem Ballon. Sich treiben lassen und mal schau’n wohin der Wind des Lebens einen trägt. Dabei immer den Überblick behalten, die Aussicht geniessen und landen, wo es sich eben anbietet.

Gern wäre ich mit gefahren. Aber auch so freut es mich, das Thema der 28ten Woche im Projekt 52 -etwas spät zwar, aber immerhin- für mich passend umgesetzt zu haben.

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haben wollen

double troubleWieder mal hatten wir uns in den Kopf gesetzt, nicht mehr zur Miete wohnen zu wollen, sondern Eigentümer zu werden. Also nichts wie auf, ein Häuschen gesucht, das Vermögen gecheckt, die Finanzierung berechnen lassen …

… doch halt! Denk mal nach! Ich bin jetzt gleich 47 Jahre alt, wir haben nicht so viel Eigenkapital. Wenn die Bank uns sagen wir mal € 200.000.- leiht, zahlen wir 25-30 Jahre lang € 1.000.- zurück. Mit Zinsen und Gebühren sind das ca. € 400.000.-. Wenn ich also 77 Jahre alt bin, haben wir ein Haus zum Preis von zwei. Und das kann ich dann hübsch verkaufen und ins betreute Wohnen ziehen, weil ich Haus und Garten nicht mehr pflegen und instand halten kann! Dafür soll ich jahrzehntelang sparen und mich einschränken? Nur um sagen zu können: „Das ist meins!“? Ne ne, Kinners, der Spass hat ein Loch!

Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

Bertolt Brecht

Immer wieder mal drängt sich das „Haben, haben, haben!“ in den Vordergrund. Und immer wieder mal falle ich darauf rein. Doch der einzig dauerhafte Besitz ist sicherlich nicht materieller Art. Freude am Sein, Vertrauen ins Leben, Geborgenheit und eine tiefe innere Ruhe – danach strebe ich gerne … und das bleibt mir auch.

Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.

Peter Ustinov

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